„Wie siehst du das?“ Kreative Blickwinkel auf die Ausstellung „Alles in Arbeit“ im Dom Museum Wien
Kooperation mit dem Sozialpsychiatrischen Ambulatorium 16
2025

Menschen unterschiedlichen Alters, die das SPA 16 für sich nutzen, arbeiteten im Dom Museum Wien in der medialen Kunstvermittlung zur Sonderausstellung „Alles in Arbeit“ mit. Sie erhielten Einblick hinter die Kulissen der Museumsarbeit und wurden selbst ein Teil von ihr. Gemeinsam mit den Kunstvermittler*innen entwickelten die Teilnehmer*innen Übungen und kreative Impulse, die zum Entdecken und Mitgestalten einladen. Diese sollen zukünftigen Besucher*innen zur eigenen Auseinandersetzung mit der Kunst zur Verfügung stehen.

 

Im Fokus des Projekts stand das Sichtbarmachen der persönlichen Sichtweisen der Teilnehmer*innen auf die Kunstwerke der Ausstellung, ganz nach dem Motto: „Wie siehst du das?“

Die Ausstellung „Alles in Arbeit“ rückt das menschliche Ringen mit Erwerbsarbeit in den Mittelpunkt: ihre Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit, Zumutung und Gestaltung. Dabei treten auch unsichtbare, unbezahlte oder zu gering bezahlte Tätigkeiten in den Fokus – wie Care-Arbeit, Hausarbeit, künstlerisches Schaffen, Protestformen und selbst Prokrastination.

Die Schau spannt einen Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart und vereint Werke in unterschiedlichsten Medien, um persönliche wie gesellschaftspolitische Bedingungen des Arbeitens zu beleuchten.

„Wie siehst du das?“ ist ein Projekt von Dom Museum Wien und Psychosoziale Dienste Wien (PSD), Sozialpsychiatrisches Ambulatorium Ottakring (SPA) in Kooperation mit "Hunger auf Kunst und Kultur" im Rahmen von "Kultur-Transfair XV", einer Projektschiene, die durch das Vermehrt-Schönes Sponsoringprogramm der Erste Bank ermöglicht wird.

 

Projektleitung und -umsetzung Dom Museum Wien: Doris Weidacher, Una Matanović, Antonia Heigl

Projektleitung und -umsetzung Psychosoziale Dienste Wien (PSD), Sozialpsychiatrisches Ambulatorium Ottakring (SPA): Ulrike Staeps, Jakob Schweighardt, Elke Biela

Teilnehmer*innen: Wir respektieren den Wunsch einiger Teilnehmer*innen, die nicht namentlich genannt werden möchten.

Workshop #1 Kunst aufräumen

Manche Arbeiten, wie Care-Arbeit oder Hausarbeit werden wenig bis gar nicht bezahlt, aber sie müssen dennoch gemacht werden. Im Dom Atelier wurde daher Kunst „aufgeräumt“. Die entstandenen Papiercollagen sind vom Schweizer Künstler Ursus Wehrli und seiner Methode „Kunst aufräumen“ beeinflusst. Bereits bestehende Kunstwerke wurden dabei zu etwas ganz Neuem geordnet.

Workshop #2 Gemeinschaftsarbeit

Angeregt durch die großflächige Zeichnung von Iris Andraschek, die den Brand des Stephansdoms 1945 thematisiert, gestalteten wir ein großes Gemeinschaftsbild: mit Kohle und kleinen Glasnuggets, die über das Papier geschoben wurden, zogen wir Linien, die sich kreuzten, verdichteten und immer neue Spuren hinterließen. Formen und Figuren wurden aus dem Liniengewirr herausgearbeitet.

Workshop #3 Fäden der Arbeit

Die vielfältigen textilen Arbeiten in der Ausstellung regen dazu an, selbst mit Stoffen zu experimentieren. Im Atelier gestalteten die Teilnehmer*innen ihren eigenen Webrahmen und verwebten unterschiedliche Materialien zu einem persönlichen Mini-Textil. Sie erkundeten, wie aus einzelnen Fäden ein gemeinsames Gewebe entstand.