Vortrag von Daniela Hammer-Tugendhat:
"Der Ort der Wahrheit?"

Evangelistenbilder vom Frühchristentum bis zur Frühen Neuzeit.

Wer spricht, wer diktiert, wer schreibt? Wie wird der göttliche Ursprung der Evangelien bildlich beglaubigt? Die Maler des Mittelalters haben vielfache und sehr phantasievolle Darstellungsmöglichkeiten gefunden, visuell zu ‚beweisen’, dass der Text, den sie schreiben, nicht ihre Erfindung ist, sondern direkt von Gott kommt. Künstler der Frühen Neuzeit hingegen wie Caravaggio, Rembrandt oder Hendrick ter Brugghen lassen anschaulich werden, dass der biblische Text auch aus dem Denken und Erleben des Schreibers stammt, durch Bücher gespeist und als schöpferischer Prozess reflektiert wird.

Das Dom Museum Wien freut sich über diese hochkarätige Veranstaltung: Daniela Hammer-Tugendhat gilt als „Pionierin der feministischen Kunstgeschichte“. Die Videos ihrer Vorträge auf YouTube erreichen tausende ZuseherInnen: allein ihre Einleitung zu einem Vortragszyklus an der Universität für Angewandte Kunst haben mehr als 5.000 Menschen gesehen. 

Daniela Hammer-Tugendhat wurde 1946 in Caracas, Venezuela geboren und studierte Kunstgeschichte und Archäologie an den Universitäten Bern und Wien. Sie ist Honorarprofessorin für Kunstgeschichte an der Universität für angewandte Kunst Wien und Dozentin am Kunsthistorischen Institut der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Malerei der frühen Neuzeit, Geschlechterbeziehungen in der Kunst, Kunstgeschichte als Kulturwissenschaft. Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a. Das Sichtbare und das Unsichtbare. Zur holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts (2009; The Visible and the Invisible. On Seventeenth-Century Dutch Painting, 2015), Haus Tugendhat. Ludwig Mies van der Rohe (mit I. Hammer und W. Tegethoff, Neuausgabe 2014; Tugendhat House, Neuausgabe 2014).


An Donnerstagabenden ist das Dom Museum Wien bis 20 Uhr geöffnet, einmal im Monat laden wir zu einem DOMerstagabend-Event: Fokusführungen mit KünstlerInnen- und KuratorInnen, Vorträge, Lesungen, Performances und diskursive Veranstaltungen.