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Feuer
und Geist
1000 Jahre
bulgarische Ikonen | 14. November 2007 bis
5. März 2008
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Einblicke
in die Schatzkammer
Anlässlich des EU-Beitritts der Republik Bulgarien im heurigen
Jahr bietet das Dommuseum Wien
Einblicke in die Schatzkammer des
bulgarischen Patriarchats in Sofia. Um dem internationalen Publikum die
Kunst und Kultur Bulgariens näher zu bringen, werden in dieser
Ausstellung einige besonders kostbare, großformatige Ikonen
und liturgische Gegenstände präsentiert, die zuvor
noch nie im Ausland zu sehen waren.
Das älteste Exponat der Ausstellung stammt aus dem 6.
Jahrhundert. Es stellt ein einzigartiges Zeugnis der Entwicklung
der
Region lange vor der Besiedlung durch die ersten Protobulgaren dar.
Herausragend ist auch eine Reliefikone der in Bulgarien besonders
verehrten Kriegerheiligen Georg und Demetrios aus dem 14./15.
Jahrhundert – ein Werk, das in keiner Abhandlung
über bulgarische Ikonen fehlt. [nach
oben]
Das Nationalkirchliche
historisch-archäologische Museum in Sofia
Das Museum, dessen herausragende Objekte nun
größtenteils zum ersten Mal im Ausland
präsentiert werden, spielt eine wesentliche Rolle bei der
Bewahrung der christlichen Kunst in Bulgarien. Vor allem aufgrund
seiner Ikonensammlung gehört das im Jahr 1923
eröffnete Haus mit zu den bedeutendsten christlichen Museen
Europas. [nach
oben] |
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Allgegenwärtiger
Dualismus
Im orthodoxen Glauben ist die Ikone der Ort, an dem sich Diesseits und Jenseits, das Irdische und das
Himmlische begegnen. In der Farbsymbolik der Ikonenmalerei steht dabei
Rot – die Farbe des Feuers – für das
Irdische. Zudem ist es die Farbe all jener Märtyrer, die ihren
Glauben mit ihrem Blut bezeugt haben, sowie die Farbe des Gottessohnes,
der auf den Ikonen in kaiserliches Purpur-Rot gehüllt
dargestellt wird. Dagegen steht das in der bulgarischen Ikonenmalerei
damit häufig kombinierte Blau als Kontrastfarbe für
das Himmlische, als Farbe des Geistes.
Zugleich verweist der Titel der Ausstellung aber auch auf einen
Dualismus, der die geschichtliche und kulturelle
Entwicklung Bulgariens
stark geprägt hat. Die Kriege auf
dem Balkan – das »Feuer des Schwertes«
– haben die Kultur des Landes ebenso beeinflusst
wie die hohe Vergeistigung, bedingt durch die Konvertierung zum
christlichen Glauben im Jahre 865. Eine ganz besonders wichtige
Stellung in der Kulturgeschichte Bulgariens nahm die orthodoxe Kirche
jedoch vor allem in der Zeit der 500 Jahre währenden
osmanischen Fremdherrschaft (bis 1878) ein, als sie sich zur Bewahrerin
einer eigenständigen, bulgarischen Kultur entwickelte. In
dieser Epoche wurden auch die Ikonen zu einem Symbol des kulturellen
und geistigen Widerstands. [nach
oben] |
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Künstler und Laien
aus Polen, Frankreich,
Italien, Deutschland, Österreich, Dänemark, Spanien,
Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Finnland, Rumänien,
Bulgarien und Russland haben die Krippen geschaffen, die derzeit im
Dommuseum zu sehen sind. Die ungeheure Formenvielfalt zeigt, wie
die verschiedenen Völker die Weihnachtsbotschaft in ihre
eigene
Sprache und Kultur übertragen haben. |
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Aber auch einige besonders
ungewöhnliche Exponate, wie zum Beispiel eine der kleinsten Krippen der Welt –
gemalt auf den Kopf eines Nagels – sind zu sehen. Zur
Ausstellung bietet das Dommuseum ein umfangreiches
Begleitprogramm für Kinder an. Fragen beantwortet
Museumspädagogin Margareta Chwatal Dienstag bis Samstag von 10
bis 17 Uhr unter Telefon
+43 (0) 1 51552-3689. [nach oben]
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Die Ausstellung
Anlässlich des 80. Geburtstags von Alfred Hrdlicka
präsentiert das Dommuseum eine bedeutende
Schau, die sich mit den religiösen Bezügen im Werk
dieses großen österreichischen Künstlers
auseinandersetzt. Gezeigt werden Arbeiten aus den Zyklen
»Themenkreis Bibel« (1959-61),
»Samson« (1959-63), »In Gottes
Namen« (1983), »Pasolini« (1983),
»Wiedertäufer« (1984-85),
»Hommage à Zurbaran« (1986),
»Glaubenskriege« (1997) und
»Golgatha« (1997-98).
Das Werk von Alfred Hrdlicka setzt sich mit dem Bedeutungsdreieck
»Mensch – Sexualität –
Gewalt« auseinander. Ein daraus hervorgehender zentraler
Begriff ist die Macht des Fleisches. Nach ihm ist es eine Ursehnsucht
des Menschen, Gott als Menschen zu erleben – die
Fleischwerdung einer körperlosen, allmächtigen Kraft.
Doch die Mächtigen dieser Welt haben Gott und die Religion
allzu oft missbraucht und mit ihnen Gewalt und Kriege gerechtfertigt.
Den marxistischen Verdacht,
dass Religionen von irdischer Macht und den Mächtigen getragen
werden,
erhärtet auch das Faktum, dass Glaubenskriege in gutem Glauben
und ohne schlechtes Gewissen geführt wurden. Keine noch so
erhabene Motivation schützt vor Selbstbetrug und Machtgeilheit
– der Künstler Alfred Hrdlicka bezieht sich dabei
selbst dialektisch in die Kritik ein. »Man muss immer
miteinander Fleisch werden und Fleisch machen.« Damit meint
er den Zyklus
des Lebens, der auch den körperlichen Verfall beinhaltet. Ohne
die Auseinandersetzung mit dieser Realität der
Vergänglichkeit, der Gewalt und des geschundenen, verbrauchten
Körpers, ohne die Reflexion über die Macht des
Fleisches hätte die Kunst keine Ausstrahlungskraft.
Das Exponat »Leonardos Abendmahl,
restauriert von Pasolini« wurde auf Anweisung der
Diözesanleitung
aus der Ausstellung entfernt. Abbildung siehe Katalog
Kunsthalle Würth, Seite 55. [nach oben]
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Der
Künstler
Alfred Hrdlicka begreift die
Kirche als die Verwalterin des Fleisches,
die ein unabdingbarer Bestandteil des Bewusstseins und des Alltags des
Menschen ist. Von der Geburt bis zum Tod wird der Mensch von der
Religion begleitet, wobei die Bibel als Menschheitsgeschichte und
Inspirationsquelle für die künstlerische
Auseinandersetzung mit dem großen Gefüge von
Religion, Fleisch, Sexualität und Macht einen hohen
Stellenwert in Hrdlickas Werk einnimmt.
Alfred Hrdlicka wird am 27. Februar 1928 in Wien
geboren. Er studiert
an der Akademie der bildenden
Künste in Wien von 1946 bis 1952 bei Albert Paris
Gütersloh und Josef
Dobrowsky Malerei, von 1953 bis 1957 Bildhauerei bei Fritz Wotruba. Ab
1960 stellt er in Österreich, Deutschland, Italien, Japan,
Mexiko, England, Israel und den Niederlanden aus. Sein plastisches Werk
begleiten Zeichnungs- und
Radierzyklen zu Themen wie Haarmann, Winckelmann, Schubert, Tolstoi,
Rodin, Mondrian und Pasolini, zu den Türken vor Wien, zum
20. Juli 1944 (das Attentat gegen Hitler), der
französischen
Revolution und dem Schachspiel. Im Randolectil-Zyklus thematisiert
Hrdlicka die Welt der psychisch Kranken. Von 1983 bis 1991 arbeitet er
am Mahnmal gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz.
Seit 1962 ist Hrdlicka Mitglied der Wiener und seit 1970 der
Münchener Secession. Seine
Lehrtätigkeit
führt ihn unter anderem an die Internationale Sommerakademie
in Salzburg, die Akademie der bildenden Künste in Stuttgart,
die Staatliche Hochschule für bildende Künste in
Hamburg, die Hochschule der Künste in Berlin sowie die
Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Mit der Galerie Ernst
Hilger arbeitet er seit 1980 zusammen. [nach
oben] |
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»Hier inwendig im
Herzen ist ein Raum, darin liegt er, der Herr des Weltalls. Er wird
nicht höher durch gute Werke, er wird nicht geringer durch
böse Werke; er ist der Gebieter der Wesen, er ist die
Brücke, welche diese Welten auseinanderhält, dass sie
nicht verfließen. Darum, wer solches weiß, der ist
beruhigt, bezähmt, entsagend, geduldig und gesammelt; nur in
sich selbst sieht er das Selbst, alles sieht er an als das
Selbst« (Brihadaranyaka Upanishad).
Helmuth Gräff, geboren 1958 in Gars am Kamp, studierte an der Wiener Kunstschule sowie an
der Hochschule der Akademie der Bildenden
Künste, besuchte dort die Meisterklasse für Malerei
bei Gustav Hessing und Friedensreich Hundertwasser. Seit 1989 arbeitet
er freischaffend als Maler, Graphiker und Dichter. Werke von ihm
befinden sich in vielen Privatsammlungen im In- und Ausland, u.a. in
der Sammlung Professor Rudolf Leopold. Das OEuvre umfasst
Ölbilder auf Leinen und Jute, Graphiken und Gedichte. [nach oben] |
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In Gräffs Bildern
begegnen wir Archetypen aus verschiedenen Kulturen, wie sie in
Phantasien und Träumen vorkommen. Archetypen als universell
vorhandene Urbilder und Energiekomplexe existieren in der Seele aller
Menschen, unabhängig von ihrer Geschichte und Kultur. Dazu
zählen Vorstellungen, Gegenstände und Lebewesen aus
der Umwelt.
Man stellte fest, dass bestimmte Bilder, Motive und Symbole aus
unterschiedlichen Kulturen und Zeiten sich immer wiederholen, ohne dass
die Kulturen voneinander beeinflusst worden waren. Die symbolisch
wirksamen Archetypen zielen darauf ab, die
Gesamtpersönlichkeit wieder ins Lot zu bringen, indem sie
archetypische, durch Numinosität (göttliche
Erscheinungen, sexuelle Begierde) sehr attraktive Zielbilder ins
Bewusstsein aufsteigen lassen. Die Fülle in Gräffs
Bildern ist zunächst verwirrend, folgt man den
Erläuterungen, enthüllen sie ein geistig-seelisches,
universelles Programm. [nach oben]
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Auf der Suche nach
dem Sinn
des Lebens fanden die Gläubigen
des Mittelalters in der Religion ihre Zuflucht und Geborgenheit. Die
christliche Religion regelte und bestimmte überwiegend den
Alltag der Menschen in Europa. Heute erlebt unsere Gesellschaft eine
Inflation religiöser Werte. Die Hektik des Alltags, die urbane
Mobilität und das breit gefächerte, fast
unüberschaubare religiöse Angebot verunsichern den
Einzelnen. Auf der Suche nach einem Gemeinschaftsgefühl finden
viele Fans im Fußball ihre Ersatzreligion. Die geliebte
Mannschaft wird für sie zur Gottheit und zusammen mit anderen
Anhängern bilden sie eine Gemeinde.
Fußballer werden als Heilige verehrt, Reliquien gesammelt, zu
Wettkämpfen gepilgert. Rituale wie das Hochheben des Pokals
nach einem Sieg und das Trinken daraus erinnern an die Feier der
Eucharistie. Und die Fanliebe kennt kaum Grenzen: In einer Linzer
Kirche ist der
15-jährige Heilige Dominikus Savio (Patron der Jungschar und
Ministranten) mit einem Fußball abgebildet. [nach oben] |
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Anlässlich der
Europameisterschaft möchte das Dommuseum mit dieser Ausstellung anhand von
über 140 Exponaten, zahlreichen
Dokumenten und Videos die Beziehung zwischen Fußball und
Religion veranschaulichen. Sakrale Objekte wie Ikonen und Reliquiare
werden Kultgegenständen aus der Welt des Fußballs
gegenübergestellt: Fan-Schals, Trikots und
Fußballschuhe, sowie Teile eines Tornetzes und
Rasenstücke aus berühmten Stadien.
Auf rund 200 Laufmetern Museumsfläche werden unterschiedliche
Wiener Fußballfanclubs präsentiert,
wobei dem
Rapid-Fanclub eine Sonderstellung eingeräumt wird. Begleitend
zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog. [nach oben]
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Anlässlich seines
75-jährigen Bestehens veranstaltet das Dommuseum Anfang September eine
Jubiläumswoche mit umfangreichem Programm.
Neben einer Reihe exklusiver, kostenloser Führungen durch die
Sammlung,
durchgeführt von namhaften Kunsthistorikern, wartet auf Sie
auch ein Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt. Besuchen Sie
uns und feiern Sie mit – dazu wartet in dieser Woche auf
jeden Besucher ein Freigetränk!
Damit es bei den Führungen nicht zu unnötigen
Wartezeiten kommt, empfehlen wir Ihnen, sich zuvor unter Telefon
+43 (0) 1 51552-3689 anzumelden. [nach oben] |
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Dienstag,
9. September 2008
Tag der offenen Tür
Freier Eintritt an diesem Tag
Mittwoch,
10. September 2008, 16 Uhr
Führung (Schwerpunkt Schatzkammer)
Dr. Georg Kugler, ehemaliger stellvertretender Generaldirektor
des
Kunsthistorischen Museums
Donnerstag,
11. September 2008, 15 Uhr
Führung (Schwerpunkt Schatzkammer)
Dr. Rotraut Krall, Kunsthistorikerin
Freitag,
12. September 2008, 15 Uhr
Führung (Schwerpunkt gotische Tafelbilder)
Dr. Arthur Saliger, ehemaliger Direktor des Dommuseums
Samstag,
13. September 2008, 11 Uhr
Führung (Schwerpunkt Madonnendarstellungen)
Mag. Dietrich Auer, Kunsthistoriker [nach oben]
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Auf einer Reise nach
Großbritannien im Jahr 1984 verriet der
damalige Generalsekretär der KPdSU, Michail
Gorbatschow, dass
seine Großeltern, obwohl sein Großvater Kommunist
war, in ihrem Haus hinter Lenin- und Stalin-Porträts Ikonen
versteckt hatten. Auf diesem Weg, den auch unzählige andere
Gläubige
beschritten, gelang es der Kirche, die massive Verfolgung
während des Kommunismus zu überleben.
Gelegentlich wurde sie von den kommunistischen Machthabern aber auch
instrumentalisiert – so bediente sich Stalin während
des Zweiten Weltkriegs der Kirche, um den russischen Patriotismus zu
stärken. Im Allgemeinen hatte die Kirche jedoch die Belagerung
durch atheistische Propaganda zu erleiden. [nach oben] |
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Zeugnisse einer
wechselvollen Geschichte
Das Dommuseum zeigt anlässlich des Österreich-Besuchs
des Oberhaupts der Russischen
Orthodoxen Kirche, des Moskauer Patriarchen
Aleksij II.,
unter dem Titel »Ikonen unter Hammer und Sichel«
Schätze der russischen
Kirche. Die Exponate, vor allem Ikonen, die jahrhundertelang hoch
verehrt, dann aber von den Kommunisten verfolgt und sinnlos
zerstört wurden, liturgische Geräte und
Gewänder sowie
Erinnerungsstücke an die letzte Zarenfamilie, legen Zeugnis
von der wechselvollen Geschichte der
Russischen Orthodoxen Kirche im 20. Jahrhundert ab.
Zum ersten Mal in der
Europäischen Union
Unter den bislang nicht in der Europäischen Union gezeigten
Exponaten befinden sich auch Ikonen, kirchliche und
persönliche Gegenstände aus dem Besitz der
herausragenden kirchlichen Persönlichkeiten, der Neuen
Märtyrer und Bekenner der Russischen Orthodoxen Kirche des 20.
Jahrhunderts.
[nach oben] |
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Baby
Jesus
Krippen
aus fünf Kontinenten aus der Sammlung Schreiber
26. November 2008 bis
28. Februar 2009
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Anhand von
ausgewählten Objekten aus einer der größten
Krippen-Sammlungen Österreichs
veranschaulicht die
Ausstellung die große Vielfalt an bildnerischen Darstellungen
der Geburt Christi. Die Krippenbauer gestalteten ihre
Figuren, Gebäude und Landschaften so, als ob sich die Geburt
Christi in ihrem Heimatland, in ihrer
örtlichen Tradition ereignet hätte. [nach oben] |
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Spannend ist die
Gegenüberstellung einer Eskimo-Krippe mit in Fell gekleideten Figuren und einer
Palmblatt-Krippe aus Westuganda, oder
einer Kalabasse-Krippe aus Peru mit einer Bronzekrippe aus Burkina Faso
und einer indischen Holzkrippe. Vertreter des europäischen
Krippenbaus sind eine Glaskrippe aus Murano (Italien) und eine
tschechische Lederkrippe.
[nach oben] |
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Das
Dommuseum gibt einen Einblick in eine wenig bekannte
Werkgruppe des Wiener Malers Hans
Robert Pippal (1915–1998), und zwar in jene mit sakraler
Thematik. [nach oben] |
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Ölbilder, Pastelle
und Emailarbeiten belegen Pippals durchgehende Beschäftigung
mit christlichen Inhalten und lassen zugleich sein kontinuierliches
Interesse an der Dichotomie von Form und Inhalt verfolgen. Zu entdecken
gilt es insbesondere seine Ölgemälde in
altmeisterlicher Technik. [nach oben]
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Werke zum Alten
Testament
Anlässlich des
80. Geburtstags des österreichischen Malers,
Grafikers,
Bühnenbildners, Sängers und Dichters Arik Brauer
präsentiert das Dommuseum erstmals eine umfassende Schau
über dessen biblische Bilder. Gezeigt werden Werke vom Anfang
der 1960er Jahre bis zur Gegenwart, die Geschichten aus der
Hebräischen Bibel, dem Alten Testament, erzählen.
Die Auseinandersetzung des Künstlers mit religiösen
Inhalten ist eine Folge der Reflexion seiner Lebensgeschichte. Im Jahr
1929 als Sohn eines jüdischen Handwerkers in Ottakring
geboren, ist er einer der wenigen Überlebenden des
Nationalsozialistischen Regimes in Wien. Die Geschichte und das
Schicksal des jüdischen Volkes nehmen
in Brauers Schaffen eine zentrale Rolle ein. Die Beschäftigung
damit ist sein persönlicher Beitrag zum
jüdisch-christlichen Dialog. [nach oben]
Die Bibel als Kunstwerk
Für Arik Brauer stellt die Bibel
nicht nur eine bedeutende künstlerische Inspirationsquelle
dar,
vielmehr noch sieht er sie selbst als »ein
überragendes Kunstwerk«. [nach oben] |
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Brauers
Botschaft
Brauers Malerei ist jedoch nicht nur als
rein
figurativ-erzählende aufzufassen,
hinter der handwerklich
altmeisterlichen Technik der Schichtenmalerei steht vor allem auch eine
subtile Botschaft, die geheimnisvoll verschlüsselt
übermittelt wird und die Fantasie des Betrachters
anregt. So
symbolisiert das Bild »Der goldene
Götze« (1964), wie sich die Menschen von
der Macht des Geldes allzu leicht
blenden lassen. Brauers Kunst, sein Streben nach Harmonie zeigt sich
eindringlich im Werk »Der bunte
Todesengel« (1997),
in dem der Tod »kein Gerippe und auch kein schwarzer
Rabe«, sondern als »farbenfroher,
prächtiger Augenblick« dargestellt ist. [nach oben]
Jüdisch-christlicher Dialog
Neben der Ausstellung im Dommuseum ist als weiteres Symbol der
Wertschätzung seitens der katholischen Kirche für den
Künstler ein Bauwerk hervorzuheben – die
Außenfassade der katholischen Pfarrkirche »Am
Tabor« in Wien. Sie wurde nach einem Entwurf Brauers im Jahr
1995 neu gestaltet, stellt das »Letzte Abendmahl«
mit Symbolen des jüdischen Passahfests dar und ist somit ein
besonderer Ausdruck des Dialogs beider Religionen. [nach oben] |
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Hans
Plobner
Eisenradierungen,
Gouachen | 12. August bis 12. September 2009
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»Das
Wichtigste in der Malerei ist die Farbe als Kunstobjekt, ihre Reinheit
oder tonale Qualität in
größtmöglicher Dichte.« (Hans
Plobner)
Das Dommuseum präsentiert in den
Ausstellungsräumlichkeiten des Kabinetts eine
repräsentative Auswahl von Eisenradierungen und Gouachen des
österreichischen Malers Hans Plobner
(Hausruckedt 1928
– Wien 1989).
Am Beginn von Plobners künstlerischem Schaffen stand die
Begegnung mit der Landschaft.
Zunächst versuchte er, seinen
Vorstellungen mit den Mitteln der gegenständlichen Malerei
Ausdruck zu verleihen. Ab 1964 führte ihn seine
künstlerische Entwicklung schrittweise weg von der
gegenständlichen Darstellung: Das Konkrete tritt immer mehr
zurück, wird abstrahiert und reduziert, Formen und Farben
werden gerafft und intensiviert. Das Ergebnis sind vorerst reduzierte,
dann rein geometrische, kraftvolle Farb- und Formkompositionen. Er
arbeitete mit Formen und Farben, sein Vokabular verengte sich auf
geometrische Formen wie »die Gerade, die von keiner
Relativität getrübt wird, und die Kurve, die in jedem
ihrer Punkte eine Gerade bildet« (Plobner, 1977). Diesem
formalen Konzept entspricht ein intensiver, auf Ausgewogenheit
gerichteter Farbauftrag. [nach oben] |
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Im Gegensatz zu
früheren Arbeiten, in
denen dem Zufall noch ein gewisses kreatives Moment zukommt,
gehen
seine späten Werke in Richtung eines Raum-Zeit-Kontinuums, in
dem
größtmögliche Präzision und
Objektivität angestrebt werden. So nähern
sich »der Hintergrund und der Vordergrund aneinander an,
wobei der
Hintergrund zu einem Umraum – einem imaginären
Farbraum – wird«
(Plobner, 1977). Ab
1968 arbeitete der
Künstler mit Vorliebe auf dem Gebiet der Eisenradierung
– einer Technik, die seiner künstlerischen Intention
am besten entsprach.
Hans Plobner, 1928 in Hausruckedt in Oberösterreich geboren,
war nach dem Studium der Malerei und Geschichte in Wien bis zu seinem
Tod Professor für Kunsterziehung an der Albertus-Magnus-Schule
in Wien. Er war Mitglied der Künstlergruppe »Der
Kreis«, der »Künstlergilde
Salzkammergut« und des
»Oberösterreichischen Kunstvereins«. Seine
Werke befinden sich im Besitz der Stadt Wien, des Bundesministeriums
für Unterricht, Kunst und Kultur, der Albertina Wien, des
Ferdinandeums Innsbruck, der Oberösterreichischen
Landesgalerie, des Wien Museums, des Mondriaanhuis Amersfoort, des
Musée Montbeliard und in Privatbesitz. [nach oben]
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Klemens
Maria Hofbauer
Stadtpatron von
Wien – Zum
100-Jahr-Jubiläum der Heiligsprechung
In der Kapelle des Dommuseums | 13. Mai bis
31. Oktober 2009
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Anlässlich des
100-Jahr-Jubiläums der Heiligsprechung des Stadtpatrons von
Wien, Klemens Maria Hofbauer (1751–1820),
präsentiert das Dommuseum eine Sonderausstellung über
das Leben und die Verehrung des Heiligen. Gezeigt werden einerseits
Exponate aus seinem persönlichen
Besitz – darunter ein prächtiges
spätbarockes Messgewand – andererseits
Alltagsgegenstände wie das Rasiermesser, der Spiegel und die
Schnupftabakdose des Heiligen. Gebetsbücher und weitere
sakrale Objekte veranschaulichen nicht nur die persönliche
Frömmigkeit und das seelsorgerische Wirken von Klemens Maria
Hofbauer, sondern werfen auch ein Licht auf die kirchliche und
religiöse Mentalität jener Zeit. Unter den Exponaten, welche
die
Verehrung von Klemens Maria Hofbauer illustrieren, befinden sich
Reliquienmonstranzen und wertvolle Sakralgefäße. [nach oben] |
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Unterschiedliche
Porträtbilder weisen auf die facettenreiche Darstellung von
Klemens Maria Hofbauer nach seinem Tod hin. Schließlich wird
auch das Zeremonienbuch der Feier seiner Heiligsprechung vom
20. Mai 1909 und
das bei dieser Feier von Papst Pius X. getragene
weiße
Halskolar gezeigt.
Klemens Maria Hofbauer gilt als maßgeblicher Erneuerer des
kirchlichen Lebens in Wien zu Beginn des
19. Jahrhunderts.
Geboren 1751
im südmährischen Tasswitz bei Znaim, erlernte er
zunächst den Bäckerberuf und lebte
anschließend mehrfach als Eremit. Nach seinem Philosophie-
und Theologiestudium in Wien schloss er sich der Ordensgemeinschaft der
Redemptoristen in Rom an. Danach wirkte er als Seelsorger in Warschau
und flüchtete nach der Klosteraufhebung durch Napoleon im Jahr
1808 nach Wien, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1820 als Seelsorger
tätig war. [nach oben]
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»In der
expressiven Kunst unserer Zeit geht es um existentielle Fragen. Sie hat
auch eine starke Affinität zum
Religiösen…« (Günter Rombold)
Das Dommuseum präsentiert erstmals
in Wien eine Auswahl aus der
Kunstsammlung des Theologen und Priesters
Günter Rombold. Gezeigt werden 66 Werke der prominentesten
Vertreter des deutschen und österreichischen Expressionismus
sowie der österreichischen Kunst von 1945 bis in die 1990er
Jahre: Siegfried Anzinger, Ernst Barlach, Max Beckmann, Günter
Brus, Marc Chagall, Lovis Corinth, Gunter Damisch, Lyonel Feininger,
Adolf Frohner, Hans Fronius, Roland Goeschl, Johann Hauser, Erich
Heckel, Alfred Hrdlicka, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Alfred
Kubin, Maria Lassnig, Josef Mikl, Alois Mosbacher, Hermann Nitsch, Emil
Nolde, Walter Pichler, Markus Prachensky, Arnulf Rainer, Christian
Rohlfs, Georges Rouault, Hubert Schmalix, Karl Schmidt-Rottluff,
Andreas Urteil, Max Weiler und Fritz Wotruba.
Günter Rombold über die
Ausstellung
»Die Sammlung ist in den letzten
fünfzig Jahren entstanden und
umfasst Werke des ganzen 20. Jahrhunderts. Ihr Spezifikum ist,
dass – unter Voraussetzung
hoher Qualität – Werke gesammelt wurden, die
existenziellen Tiefgang haben und in denen humane und
religiöse Aspekte zum Vorschein kommen. Das hat
lebensgeschichtliche Gründe, da Kunst und Religion zwei
Faszinationen meines Lebens sind.
Wir haben dieser Ausstellung den Titel ›Expression und
Meditation‹ gegeben, wobei expressive Tendenzen dominieren.
Sie zeigen sich nicht nur bei den Werken des Expressionismus im engeren
Sinn, also in der Richtung, die in der mitteleuropäischen
Kunst von 1905 bis 1923 herrschte, sondern auch bei der informellen
Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg und beim Neoexpressionismus in den
1980er Jahren. [nach oben] |
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Meditative Werke etwa von
Marc Chagall oder Max Weiler
setzten einen anderen
Akzent. Georges Rouault wiederum verbindet diese
beiden Tendenzen. Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung ist Alfred
Kubin, den ich persönlich gekannt und dessen Werke ich
früh gesammelt habe. Im Jahr 2002 habe ich mehr als 500 Werke
dem Land
Oberösterreich geschenkt, die in den Besitz des
Oberösterreichischen Landesmuseums übergegangen
sind.« [nach oben]
Der Kunstsammler und
Theologe Günter Rombold
Günter Rombold wurde 1925 in
Stuttgart
geboren und kam 1941
nach Österreich. Nach den bitteren Jahren
des Kriegsdienstes studierte er Theologie, Philosophie und
Kunstgeschichte in Linz, Graz und München. 1949 wurde er zum
Priester geweiht. Es folgte eine langjährige
Tätigkeit als Kaplan und Religionsprofessor. 1971 wurde er an
die Theologische Hochschule Linz (heute Katholisch-Theologische
Privatuniversität Linz) berufen und lehrte Philosophische
Anthropologie und Kunstwissenschaft. 1984 gründete er an der
Fakultät das Institut für Kunst und Kirchenbau (heute
Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik). In Wort
und Schrift, unter anderem als Redakteur und Herausgeber der
Zeitschrift »Kunst und Kirche«, und besonders auch
in der Begegnung mit Künstlern und ihren Werken widmete er
sich der Aufgabe, den Menschen die Augen zu öffnen und den in
Österreich von Otto Mauer begonnenen Dialog, »die
Kirche an die moderne Kunst heranzuführen«,
fortzusetzen. [nach oben]
Bilder:
Alfred Kubin, Das Ende des
Krieges, 1918,
Aquarell, Tusche,
laviert, 30,4 x 37,5 cm,
© Eberhard Spangenberg / VBK, Wien 2009
Ernst Ludwig Kirchner,
Berglandschaft mit Alm, 1933,
Holzschnitt, 41,5 x 59,5 cm,
© OÖ. Landesmuseen
Arnulf Rainer,
Kreuzübermalung, 1961, Bleistift und
Öl
auf Papier, 38,2 x 28,1 cm,
© OÖ. Landesmuseen |
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Maria
lactans
Die
Stillende in der Kunst | 11. November 2009 bis 6.
März 2010
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Im kulturhistorischen
Kontext wird eine Auswahl von künstlerischen und
volkskundlichen Darstellungen eines menschheits-
geschichtlich zentralen
Themas quer durch die Zeiten gezeigt: das Stillen des neugeborenen
Kindes. Es ist Gegenstand bildnerischen Schaffens von den
frühen Anfängen im alten Ägypten - die
Göttin Isis hält ihren Sohn Horus an die Brust -
über die Spätantike und die »Maria
lactans« des Christentums bis zu Variationen bei der
Gestaltung dieser bedeutenden menschlichen Erfahrungskonstellation in
Moderne und Gegenwart. Die Darstellung dieses natürlichen
Vorgangs – Mutter
und Kind in der innigen Verbindung beim Stillen – ist in der
christlichen Ikonographie in Gestalt der »Maria
lactans« durch zahllose Andachts- und Gnadenbilder seit dem
frühen Mittelalter bekannt. Hier wird die Brustweisung Mariens
als klassisches Symbol ihrer Barmherzigkeit verstanden.
Schwerpunkt der Ausstellung sind Bilder der den Menschensohn stillenden
Gottesmutter aus dem Raum Wien und Niederösterreich.
Von den
ca. 70 Exponaten sind etwa die beiden in Wien existierenden
Darstellungen der stillenden Madonna aus der Werkstatt von Lucas
Cranach d. Ä. hervorzuheben: eine aus dem Kapuzinerkloster in
Wien, die hier erstmals seit Jahrhunderten außerhalb des
Konvents präsentiert wird, die andere aus der Schausammlung
des Dommuseums. [nach oben] |
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Von den gezeigten Werken
der Malerei, Grafik und des
Kunstgewerbes
werden viele zum ersten Mal der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Dabei verdienen die ältesten
Zeugnisse, wie die Exponate der stillenden Göttin Isis,
besondere Beachtung.
Ein wichtiges Anliegen dieser Ausstellung ist es, die Bedeutung des
Stillens zu vermitteln.
Es geht auch darum, über
die Liebe der Gottesmutter zum Jesuskind
diese besonders innige Beziehung am Lebensbeginn des Menschen
prototypisch zu veranschaulichen. Beim Stillen wird die wunderbare
Intimität und absolut liebevolle Beziehungserfahrung,
gleichermaßen für Mutter und Kind, zum Ausdruck
gebracht. Eine der ersten Sammlungen von bildlichen Darstellungen
stillender
Mütter geht auf die beiden Wiener
Kinderärzte und
Sozialpädiater August von Reuss (1879 – 1954) und
Hans Czermak (1913 – 1989) zurück. Sie wollten damit
die fundamentale Bedeutung des Stillens für die leibseelische
Entwicklung des neugeborenen Menschen unterstreichen.
Begleitend zur
Ausstellung erscheint im Wiener Domverlag das Buch
»Maria lactans – Die Stillende in Kunst und
Alltag«. Der ikonographischen Themenstellung und dem Anliegen
der Weihnachtsausstellung im Dom-
museum entsprechend, wird darin der Gegenstand aus
kulturgeschichtlicher,
kinderärztlicher, theologischer und gesellschaftspolitischer
Sicht beleuchtet. [nach oben]
Bilder:
Werkstatt Lucas Cranach
d. Ä.,
Maria lactans, 1. Viertel 16. Jahrhundert,
Öl auf Holz, 87 x 58 cm, Konvent
der Kapuziner, Wien. © Konvent der Kapuziner,
Wien
Ferdinand Georg Waldmüller,
Maria mit dem Jesuskind, 1820, Öl auf Holz,
20,3 x 13 cm,
Leihgabe der Pfarre Mönichkirchen/NÖ im Dommuseum.
© Dommuseum, Wien
Theodor van Thulden, Madonna mit
Kind, 1. Hälfte 17. Jahrhundert, Öl
auf Holz, 104 x 80 cm, Privatbesitz.
© Dommuseum, Wien |
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Kroatien
Wiege
europäischer Kultur | 19. März bis
19. Juni 2010
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Das Dommuseum zeigt in
Zusammenarbeit mit der Galerie Klovićevi dvori in Zagreb Kunstschätze aus den ersten
fünf Jahrhunderten kroatischer Kunst (800 – 1300).
Für diese Ausstellung sind Meisterwerke der Malerei
– Ikonen und Handschriften –, der Bildhauerei und
der angewandten Kunst – vorwiegend Goldschmiede- und
Elfenbeinarbeiten aus dem profanen und sakralen Bereich –
ausgewählt worden. Sie stellen einen wesentlichen Teil des
Beitrags Kroatiens zum europäischen Kulturerbe dar. Die
Exponate, deren Künstler, Werkstätten und
Auftraggeber weisen auf die Bedeutung hin, die Kroatien an den
kulturellen und künstlerischen Entwicklungsprozessen des
europäischen Mittelalters hatte. Diese Entwicklung verlief
zeitgleich und im Einklang mit dem Geschehen in anderen Kulturzentren
des Mittelmeerraums und lieferte noch Jahrhunderte später
Anregungspunkte für künstlerische
Höchstleistungen.
Die ausgestellten Werke, die aus einer Vielzahl von Museen,
Bibliotheken, kirchlichen und klösterlichen Sammlungen in ganz
Kroatien zusammengetragen wurden, ermöglichen einen einmaligen
und umfassenden Einblick in die Frühzeit der kroatischen Kunst.
Heute wie damals, als sich im Gebiet des heutigen Kroatien im 9.
Jahrhundert erstmals ein eigener Staat entwickelte, war Kroatien ein
untrennbarer Teil Europas. Davon zeugt sein kunstgeschichtliches Erbe,
das die kulturelle Identität des kroatischen Volkes und seine
europäische Zugehörigkeit im Laufe vieler
Jahrhunderte bestätigt.
In den Anfängen der
kroatischen Staatsgeschichte stand das künstlerische
Schaffen
vornehmlich im Dienste der Kirche, diente jedoch auch der weltlichen
Macht. So wurde beispielsweise die Inschrift »dux
croatorum« vielerorts an Altarschranken oder Ziborien
angebracht und wies somit auf Ereignisse hin, die den Lauf der
Geschichte prägten. Selbst in dieser Zeit spiegelten die
Kunstwerke nicht nur den Wandel der im europäischen Raum
vorherrschenden Kunststile wider, sondern zeigten auch eine
eigenständige Kunstproduktion, die zu den Höhepunkten
des damaligen künstlerischen Schaffens in Europa
zählte. Aus dem Zeitraum vom 9. bis zum
13. Jahrhundert stammt eine ganze Reihe von prachtvollen und
kostbaren
Werken, wozu besonders Reliquienbehälter – vom
karolingischen Reliquiar eines unbekannten Heiligen
(8./9. Jahrhundert) aus der Schatzkammer der
Pfarrkirche des Hl. Anselm in Nin und Reliquiare einer
Goldschmiedewerkstatt aus Zadar (11. bis 12. Jahrhundert)
–
zählen. [nach oben] |
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Wertvolle Reliquien spielten
im religiösen Leben des mittelalterlichen Menschen eine
herausragende Rolle und hatten auch einen symbolischen Charakter, da
sie nicht nur die Menschen zusammenbrachten, sondern auch die
Identität und den Zusammenhalt der mittelalterlichen
Gemeinschaft im politischen und religiösen Sinne
stärkten. Der Aufbewahrung der Gebeine der Heiligen wurde
besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und die mittelalterlichen Kommunen
waren sehr darum bemüht, kostbare Reliquienschreine
herzustellen, wobei sich in diesen prachtvollen Reliquiaren meistens
nur sehr bescheidene Überreste ihrer Schutzheiligen befanden.
Prächtige Manuskripte in beneventanischer Schrift –
eine Kalligraphie, die
eher für süditalienische und
dalmatinische Schreibstuben bezeichnend war – wurden mit
Buchmalerei versehen. In den Miniaturen wurden hauptsächlich
geometrische und zoomorphe Motive angewandt, die eine große
Ähnlichkeit mit den in Stein gemeißelten Ornamenten
jener Zeit aufweisen. Zum Kirchenmobiliar gehörten
üblicherweise
Altarschranken oder Chorschranken, die den Altar- vom Laienraum
trennten. Die Oberfläche dieser Altarschranken war mit
geometrischen oder vegetabilen Motiven im Flachrelief reich verziert.
Auf dem Giebel war meistens eine Inschrift zu Ehren des Schutzheiligen
eingemeißelt. Einige bis heute erhaltene Fragmente dieser
Altarschranken tragen Inschriften mit Namen kroatischer Herrscher,
Gespane, Äbte und anderer Würdenträger, die
Stifter dieser Kirchenbauten waren – beispielsweise der
Giebel einer Altarschranke mit dem Namen des Fürsten Muncimir
(895) oder das Giebelfragment einer Altarschranke mit der Inschrift
»VDIMER« (2. Hälfte 9. Jahrhundert), die
auf Budimir, einen Vertrauten von Fürst Municimir als Stifter
hinweist.
Tafelbilder wie die Madonna von Sustipan (1270–1290) oder die
Madonna vom Berge Karmel (um 1280), die als Altargemälde
dienten und Variationen des klassischen Bildtypus der Maria als
Wegführerin (Hodegetria) sind, standen im Mittelpunkt der
religiösen Verehrung, sodass sie dank dieser Funktion ihren
Platz in der Geschichte behaupten konnten.. [nach oben]
Bilder:
Karolingische Handwerkskunst, Zeremonielle Sporen und
Gürtelgarnitur eines Buben, 9. Jahrhundert, Bronze,
versilbert, ziseliert.
Goldschmiedewerkstatt in Zadar, Reliquiar des Hl. Arontius, 2.
Hälfte 11. Jahrhundert, Holz, Silber, geprägt,
vergoldet.
Buchmaler, venezianisch beeinflusst, wohl in Zadar tätig,
Antiphonar »F« (von Ostern bis zum Samstag vor dem
fünften Sonntag im November), Ende 13. Jahrhundert
Pergament, Tempera, Vergoldung.
© Galerie Klovićevi dvori, Zagreb |
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Parallel zur Ausstellung
»Kroatien – Wiege europäischer
Kultur« zeigt das Dommuseum den
Gemäldezyklus
»Memoria mediterranea« des bedeutenden kroatischen
Gegenwartskünstlers Matko Trebotić (geb. 1935 in Milna, Insel
Brač). [nach oben] |
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Darin
bezieht er sich auf
die alte
kroatische Kunst des Mittelmeer-Raumes.
Sie dient
ihm als
Ausgangspunkt für sein gesamtes
künstlerisches Schaffen,
wodurch in seinen Arbeiten eine Symbiose zwischen alter und
zeitgenössischer Kunst
entsteht.
[nach oben]
Bilder:
Memoria mediterranea, 2009, Mischtechnik auf Leinwand, Privatbesitz.
© Matko Trebotić |
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Serbien
Kulturelle
Brücke zwischen Ost und West | 30. Juni bis
30. Oktober 2010
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Das Dommuseum
präsentiert in Zusammenarbeit mit der Matica Srpska, der
ältesten serbischen Kultur- und Wissenschaftsinstitution,
unter Mitwirkung der ökumenischen Stiftung Pro Oriente sowie
unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik
Serbien Boris Tadić und des Präsidenten der Republik
Österreich Heinz Fischer, anlässlich der
150-Jahrfeier der Gründung der Serbisch-orthodoxen
Kirchengemeinde zum Hl. Sava in Wien das reiche Kulturerbe Serbiens der
letzten zwölf Jahrhunderte.
Art und Richtung der Entwicklung der serbischen Kultur wurden schon
vom
mittelalterlichen Aufklärer und Gründer der
autokephalen Serbisch-orthodoxen Kirche, Rastko Nemanjić, dem Heiligen
Sava (1175 – 1235), definiert. In seinen Predigten und
Schriften sah er Serbien als Brücke, die die östliche
und westliche Welt verbindet. Im Laufe der Jahrhunderte, in denen sich
Einflüsse des Byzantinischen Reiches, der Türkei,
Russlands und der Länder Mittel- und Westeuropas abwechselten,
bildete sich eine spezifische Kultur heraus, die ein Bindeglied
zwischen Ost und West darstellt. Dies ist jedoch nicht die
übliche Kombination aus verschiedenen fremden Traditionen,
sondern ein neuer geistiger Wert. Erkennbar wird diese Kultur
vorwiegend in der Svetosavlje, also der serbischen Orthodoxie, dem
serbischen Baustil, einer besonderen, als Kyrilliza bekannten
Buchstabenschrift, einer gehaltvollen Literatur, einer besonderen
Lebensphilosophie, in der sich Elemente des östlichen
Kollektivismus und westlichen Individualismus verbinden, einer reichen
Tradition von Stiftungen, einem wesentlichen Beitrag zur Wissenschaft
und der bildenden Kunst.
In
fünf Räumlichkeiten des Dommuseums werden
fünf Epochen thematisiert:
1.
2.
3.
4.
5.
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Serbische mittelalterliche Kunst
vom 10. bis 15. Jahrhundert
Serbische Kunst vom
16. bis Ende des 17. Jahrhunderts
Serbische Kunst des
18. Jahrhunderts
Serbische Kunst des
19. Jahrhunderts
Serbisches Kulturerbe um die Jahrhundertwende vom
20. zum 21.
Jahrhundert |
[nach oben] |
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Die Exponate sind von hohem
historischem und künstlerischem Wert und bezeugen in
Kombination mit Multimedia-Präsentationen die Durchdringung
von Ost und West in der serbischen Tradition und Kultur. Aus den
Dauerausstellungen und Beständen des Nationalmuseums
in Belgrad, der Galerie der Matica Srpska in Novi Sad, der Bibliothek
der Matica Srpska in Novi Sad, der Galerie der Serbischen Akademie der
Wissenschaften und Künste in Belgrad, des Museums der
Serbischen Orthodoxen Kirche in Belgrad, des Stadtmuseums Belgrad und
des Historischen Museums Serbiens wurden Objekte zu folgenden Themen
ausgewählt:
Fresken und Ikonen aus den unter byzantinischem Einfluss
gebauten bedeutendsten mittelalterlichen Klöstern Serbiens,
Kunstwerke des Barock, die einen Wendepunkt bei der Annäherung
und Akzeptanz des westlichen Kulturmodells markieren und
schließlich Zeugnisse, die die Erneuerung der
öffentlichen Institutionen nach der Befreiung von der
jahrhundertelangen osmanischen Herrschaft dokumentieren.
Die Ausstellung stellt ferner berühmte
Persönlichkeiten der serbischen Geschichte vor,
die
Bedeutendes in Kultur und Wissenschaft geleistet haben. So sind
Porträts unter anderem von folgenden Persönlichkeiten
zu sehen: Mihailo Pupin, weltberühmter Wissenschafter und
Professor an der Columbia-Universität in New York; Nikola
Tesla, einer der verdienstvollsten Erfinder auf dem Gebiet der
Elektrotechnik im 19. und 20. Jahrhundert; Milutin Milanković,
Gründer der Theorie von zyklischen Klimaschwankungen; Ivo
Andrić, Nobelpreisträger für Literatur im Jahr 1961.
[nach oben]
Bilder:
Hl. Sava in erzbischöflichen
Gewändern, Fresko, Kirche des Klosters Mileševa,
1234 – 1236.
Die Heiligen Despoten Branković, Ikone von Andrija Raičević, 1644.
Mihailo Pupin, Porträt von Paja Jovanović, 1903, Öl
auf Leinwand, Nationalmuseum Belgrad.
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Detlev
Kreidl
Vielfalt
der Farbe | 2. Oktober bis 6. November
2010
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Der Titel soll
ausdrücken, dass im Werk des Künstlers die drei
Grundfarben Gelb, Rot und Blau selbständig aufscheinen, es zu
keiner Vermischung kommt; diese kommen entweder neben- oder
übereinander zur Geltung. Dieses Erscheinungsbild ist auch in
der Antike zu beobachten und bestimmt die griechische Malkunst bis in
die klassische Zeit.
Kreidl bei der Klepsydra
In seinen Installationen gestaltet Kreidl mit den Mitteln abstrakter
Stereometrie selbstständige, von
persönlichen
Emotionen befreite Konstruktionen. Damit gelingt es Kreidl, einer neuen
von Mathematik und Technik beherrschten Welt einen adäquaten
Ausdruck zu verleihen. Die Wechselwirkung Naturwissenschaft und Kunst
wird auch in Kreidls Bildern und Objekten manifest. Sie entsprechen in
ihrem Sein creatio ex nihilo, womit wir im Lande unserer geistigen
Wurzeln, in Griechenland sind. Beim Chaos (‘kaios), beim
Hesiod, Platon und Aristoteles, um heute zu wissen, daß Chaos
nur ein Zuviel an Ordnungen ist und keinesfalls absolute Unordnung und
Künstler wie Kreidl neue Ordnungen erkennen lassen.
Er deckt nicht zu, sondern er schafft Transparenz in erkennbarer
Vielschichtigkeit. Somit ist Kreidl kein Übermaler, sondern
ein Aufdecker, ein Archäologe in der Unendlichkeit aller
Ordnungen.
Bernhard Peithner-Lichtenfels
Wien, 1997 [nach oben]
Auf
Entdeckungsreise
Jahre sind
vergangen, seitdem ich über die Arbeiten von Kreidl
geschrieben habe,
Jahre, in denen viel passiert ist, auf der Welt, im Lebens des
Künstlers, wie in meinem - und in seinem
künstlerische Schaffen. Ich
freue mich, wieder auf Entdeckungsreise gehen zu können,
begebe mich
auf Tauchgang in ein Meer von neuen Arbeiten, voller Neugierde, wohin
die Reise diesmal gehen wird. Sie sind noch da, die fröhlich
bunten, explosiven Farbkompositionen, doch haben sie neue Weggenossen
erhalten, monochrome sowie fast farblose.
Auffallend eine Serie von
weißen Stuckbildern. Sie ändern ihr Erscheinungsbild
mit dem
einfallenden Licht und treten so mit dem sie umgebenden Raum in
Konversation.
Sie sind nicht weniger ereignislos als die bunten und
eröffnen eine lyrische, feinfühlige Welt. Inmitten
ekstatischer
Farbkompositionen lassen sie den Blick innehalten, und haben so ihre
eigene Art und Weise gefunden, Aufmerksamkeit zu erregen. [nach oben] |
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Viel
wurde bereits gesagt und geschrieben über die Parallelen und Verwandtschaft
der
Arbeiten Kreidls zu Kunstrichtungen wie Informel,
Tachismus oder Action painting, auffallend ist jedoch auch, wie sich
Kreidl immer wieder verschiedenster ›alter‹
Techniken bedient, die er
wieder neu interpretiert, und uns präsentiert, und somit
gleichzeitig
bewahrt. Er
überliefert sie,
hält sie am Leben, wird
zu ihrem
Konservator - in einer Welt,
die mehr und mehr von digitalen,
virtuellen Bildern beherrscht wird und in der die einst handwerklichen
Fertigkeiten des Künstlers von ganz neuen Techniken
abgelöst werden. Stuck, schwarzer Lack auf
Zeitungspapier, Hinterglas, nicht gerade im Repertoire vieler
zeitgenössischer Künstler, doch Teil der
Entdeckungen, die man auf dem Streifzug durch die Kreidlschen
Bilderwelten macht. Mehr und mehr bekommen auch die Titel vieler Werke
ihr Eigenleben,
werden ebenso Stimuli für den Betrachter der meist abstrakten
Arbeiten.
Worte, nicht da, um eine Beschreibung zu liefern, sondern um
den Horizont der Vorstellung noch weiter auszudehnen, in andere als nur
visuelle Dimensionen, gleichzeitig andere Sinne ansprechend. Worte,
Titel voll Witz und Poesie, voll Nostalgie und Leidenschaft - Die
Streif bei Nacht, Kitzbühel mit Toni Sailer oder Karl Schranz.
Rot liegt unbequem. Moses freut sich. Das stille Meer, des Seemanns
Traum, nur Rauschen. Bilder, zum Ansehen aber auch zum
Hören, zum Eintauchen in eine andere Welt. Viele seiner Bilder
bergen extrem haptische Qualitäten in sich, bloßes
Ansehen scheint fast zu wenig, sie ertasten zu wollen wird zur
Versuchung.
Es ist als kokettiere er immer wieder aufs Neue mit der
Kunstwelt und
Kunstgeschichte, mit historischen Persönlichkeiten und
manchmal auch mit populären Alltagsfiguren – wie
Till Eulenspiegel und Michael Jackson. Doch führt er uns in
seinen Arbeiten nicht nur Geschichte,
oder bukolische Landschaften und Orte vor, er nimmt auch Anteil an der
heutigen Welt, und was in ihr passiert (Belgrad brennt). Hier und dort
wird auch zum Geschichtenerzähler, der unsere
Fantasie anregt und beflügelt (Gespenst. Jasemini)
und uns schmunzeln lässt.
In den vergangen beiden Jahren
scheint Kreidl eine etwas andere
Richtung einzuschlagen, er scheint etwas Neues erforschen zu wollen. Es
wird ruhiger auf der Bildoberfläche - monochrom, und doch
farbenfroh, fein strukturiert, manche von ihnen enthüllen beim
genauen Hinsehen Symbole wie Chi Ro, Davidstern, Halbmond. Das
Farben-Chaos wird von einer neuen Ordnung abgelöst, und ein
unerwartet intensives Farbfeld tut sich auf. Kreidl birgt eine
ungeheure Schaffenskraft in sich, nimmt sich selbst
und die anderen nicht allzuernst, kreiert Bilder, Collagen,
Objekte, die eine Leichtigkeit in sich tragen, die ansteckend
ist, ohne oberflächlich zu sein. Er lädt uns ein,
unsere Vorstellungskraft spielen zu lassen und führt uns
Schritt für Schritt weiter, in den vielschichtigen Kosmos
seiner Kreativität.
Alexandra Gaspar
Brüssel, April 2010 [nach oben]
Bilder:
Hommage à Piet Mondrian, 1995, Reliefskuptur mit den
Grundfarben gefasst,
72 x 35 x 21 cm.
Pithos,
1996, Mischtechnik auf Karton,
72 x 57 cm.
Liegende III,
2001, Ölfarbe auf Leinwand,
80 x 120 cm.
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Expedition
Bibel
Entdeckungsreise
mit allen Sinnen | 12. November 2010 bis
28. Mai 2011
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»Nicht
die Bibel ist es, die sich verändert hat; nein, wir sind es,
die gerade anfangen, sie besser zu verstehen.« (Papst
Johannes XXIII.)
Für das Judentum und das Christentum sind in der Bibel, die
auch als Buch
der Bücher bezeichnet wird, jene Schriften
zusammen gefasst, die für sie die Urkunde ihres Glaubens sind;
und auch im Islam wird die Bibel hoch geschätzt.
Über 600.000 Erwachsene, Jugendliche und Kinder hat diese vom
Bibelwerk Linz zusammengestellte Ausstellung bisher in Deutschland, der
Schweiz, Südtirol und Österreich begeistert. Nun ist
sie erstmals in dieser Form in Wien zu sehen und lädt auch uns
zu dieser Entdeckungsreise in die Welt der Bibel ein!
Die Ausstellung ist sowohl für den Besuch von Einzelpersonen
als auch von Schulklassen und anderen Gruppen geeignet. Gruppen und
Schulklassen werden um rechtzeitige Terminvereinbarung unter Telefon
+43 (0) 1 51552-3300 gebeten. [nach oben] |
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Sehen, Hören,
Riechen, Schmecken, Tasten: Mit allen fünf Sinnen
können wir in dieser Ausstellung die Bibel und das Heilige
Land entdecken. Zahlreiche Exponate versetzen uns in biblische
Länder und eröffnen so einen Zugang zur Bibel. Durch
Gewürze, Kräuter, Hölzer und andere
Gebrauchsgegenstände aus dem Orient werden alle menschlichen
Sinne angesprochen. Original jüdische Kultobjekte laden zum
Kennenlernen des Judentums und damit unserer christlichen Wurzeln ein.
Historische Bibeln und zahlreiche Übersetzungen heben die
ökumenische Bedeutung der Heiligen Schrift hervor und zeigen
ihre weltweite Verbreitung.
21 Tafeln vermitteln biblisches Wissen für Erwachsene. Eigene
Schautafeln geben Kindern Einblick in die Welt von damals aus der Sicht
der Bibelziege »Ezi«. Computer mit Spielen und
Programmen zur Bibel lassen die Heilige Schrift als
zeitgemäßes Buch erleben. Viele weitere Spiele wie
Puzzles, Memories und Würfel laden zur spielerischen
Expedition ein.
Die Ausstellung ist so aufgebaut, dass die einzelnen Exponate von den
Besuchern selbst entdeckt werden können, eine Führung
ist nicht notwendig. Ein Ausstellungskatalog für Erwachsene
und Hefte für Kinder mit Rätseln, Stempeln,
Abziehbildern und vielem mehr ermöglichen die Vertiefung auch
noch nach dem Besuch der Ausstellung.
[nach oben]
Geschnitzter
und verzierter Einband einer Lutherbibel,
Nürnberg 1686, Privatbesitz Peter Augendopler
© Bibelbrot
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Eine Ausstellung in
Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien.
Binnen zehn Jahren sammelten
Renate und Leibl Rosenberg tausende Namen jüdischer Menschen. Die
Illustratorin Renate Rosenberg schuf dazu
dreißig Graphiken in Mischtechnik. In ihren Arbeiten wird
deutlich, dass jüdische Namen weit mehr als Einträge
in einem Lexikon sind. In jedem Bild kann man sich auf Spurensuche nach
namensgebenden Symbolen begeben. [nach oben] |
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Am letzten
Ausstellungstag führt Herr Rosenberg um 11 und 16 Uhr
kostenlos durch die Ausstellung (keine
Führungsgebühr, nur Eintrittspreis ins Dommuseum ist
zu entrichten).
Ein Teilerlös durch den Verkauf der Graphiken spendet die
Künstlerin zu Gunsten von TMICHA
(www.tmicha.at), dem
Sozialverein der Israelitischen
Kultusgemeinde zur Unterstützung Hilfsbedürftiger. [nach oben]
© Renate Rosenberg
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Dantes
Vision
Durch
die Hölle zum Licht | 8. Juni 2011 bis 18. Februar 2012
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Bei diesem Werk
haben wir es
»mit einem der höchsten Werke
menschlichen Geistes zu tun und mit der vollkommensten Synthese des
mittelalterlichen Daseins, das heißt, rund gesprochen, eines
Jahrtausends der abendländischen Geschichte«
(Romano Guardini)
Das Dommuseum
präsentiert künstlerische Arbeiten aus
dem 20. und 21. Jahrhundert, die sich alle auf
eines der
bedeutendsten
Werke der Weltliteratur beziehen, auf »Die Göttliche
Komödie« (»La Divina Commedia«)
von Dante Alighieri (1265 – 1321).
Das Leitmotiv der »Komödie« lässt
sich mit einem Satz umschreiben: des Menschen langer
Weg zu
Gott
– der Weg des sündigen Menschen zum ewigen Heil.
Sie
erzählt die Geschichte der visionären Wanderung
Dantes durch die drei Reiche des Jenseits im
mittelalterlich-christlichen Kosmos in der Ich-Form. Diese Reise wird
notwendig, »weil«, so Dante, »ich den
rechten Weg verloren hatte«. Zunächst führt
Dantes Weg durch die Tiefen der Hölle
(»Inferno«), danach in aufsteigenden Stufen auf den
Berg der Läuterung (»Purgatorio«) und
schließlich in den Himmel (»Paradiso«),
der sich in neun Schalen über die Erde wölbt.
Dantes
Führer in der Hölle und auf dem
Läuterungsberg ist der Dichter Vergil, der diese Aufgabe im
irdischen Paradies schließlich an die engelsgleiche
Frauengestalt Beatrice überträgt, die Dantes
früh verstorbene Jugendliebe war. Mit ihr durchschwebt er das
himmlische Paradies. [nach oben] |
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Die
Göttliche Komödie in Bildern
Dantes Werk diente als Vorlage für
eine
reiche und vielfältige Kunstproduktion von der
Frührenaissance bis in die Moderne und Gegenwart. In der
Ausstellung wird mit dem umfangreichen Bilderzyklus des deutschen
Malers und Grafikers Theodor Zeller (1900 – 1986) eine
möglichst vollständige und
textgetreue Verarbeitung des literarischen Stoffes
präsentiert. Weiters werden künstlerische Arbeiten
aus dem Mutterland der
»Göttlichen Komödie« gezeigt, im
Besonderen Faksimile-Zeichnungen von Sandro Botticelli (1445
– 1510), sowie Radierungen des
Südtirolers Markus Vallazza (*1936) aus einem der
umfassendsten Illustrationszyklen zum Thema überhaupt.
Im Gegensatz zur illusionistischen Darstellungsweise Zellers zeichnen
sich die
Bilder des russischen
Künstlers
und Kinematographen Valery
Kharitonov (*1939) durch
ihren abstrakten und
mystisch-spirituellen Charakter aus. Eine völlig neuartige
Kunstauffassung zeigt sich in der
Installation zur »Göttlichen
Komödie« des amerikanischen Künstlers und
Menschenrechts-aktivisten Roger Roberts (*1952), indem er auch
buddhistische, pazifische und afrikanische Elemente in seine Kunst
einbezieht.
Schließlich wird mit dem Bilderzyklus der
»Sieben Todsünden des 20. Jahrhunderts«
des österreichischen Malers und Zeichners Robert Hammerstiel
(*1933) auf den ersten der drei Abschnitte der
»Göttlichen Komödie« Bezug
genommen, nämlich auf die
»Hölle«, um auf die erschreckende
Aktualität des Stoffes in unserer heutigen Welt aufmerksam zu
machen.
[nach oben]
Theodor
Zeller, Beatrice und Dante entschweben ins Paradies
© Theodor Zellers Rechtsnachfolger
Roger Roberts, Purgatorio © Roger Roberts
Robert Hammerstiel,
Die Atombombenabwürfe auf
Hiroshima und Nagasaki, August 1945 ©
Robert Hammerstiel
Valery Kharitonov, Lied des Paradieses ©
Valery Kharitonov
Markus Vallazza, Purgatorio (Ausschnitt) © Markus Vallazza |
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The
City
Ein
Epyllion über das Schicksal einer Stadt | 14. Oktober
bis
10. November 2011
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In den Jahren 2008 bis 2011
verfasste Michael Fuchs ein Gedicht in englischer
Sprache, in dem er das Schicksal
einer Stadt schilderte – von der Drangsal, die sie
durchmachen musste, bis hin zu ihrer Erlösung. Formal
verwendete er dabei die klassische Form des Epyllions (kleines Epos in
Versform).
Im Prolog spricht Luzifer, der ehemalige
»Lichtträger«. Er bejammert sein Schicksal
und erzählt von seinem Fall. Er verspricht, die Stadt zu
zerstören und bezeichnet dies als die ultimative Blasphemie.
Da er dem Schöpfer nichts anhaben kann, bleibt ihm nur
übrig, das Werk des
»Allmächtigen« in die Irre zu
führen und die Einwohner der Stadt zur
Gotteslästerung anzustiften.
In den 90 Versen wird in Sechszeilern das Schicksal einer Stadt
beschrieben. Es handelt sich dabei um keine lineare Erzählung,
stattdessen wird in einzelnen Bildern die Belagerung und
Erlösung der Stadt dargestellt. Archetypen stehen hier
für Phänomene und personifizieren gesellschaftliche
Umwälzungen. Korrupte Politiker, die Hure von Babylon, das
Goldene Kind, der Tyrann und Dieb, der »Billion Dollar
man«, das Zweischneidige Schwert, der Demagoge, sowie die
Mutter und die Stadt selbst sind teilweise aus der Bibel entlehnte
Symbolgestalten, die als handelnde Personen auftreten. [nach oben] |
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The Citys Towers sowie The
Citys Image sind gewissermaßen Zwischenspiele, die einerseits
Gewaltherrschaft und ihre zerstörerische Kraft, anderseits die
ungebührliche Macht der Medien und der Unterhaltungsindustrie
aufzeigen.
Im Epilog spricht die Jungfrau Maria als Mutter der Menschheit das
Schlusswort, sie erklärt den Sieg über Luzifer mit
einer Doxologie an den Dreifaltigen Gott und tut ihre Treue und Liebe
zu ihren Kindern kund.
Im Jahr 2009 trat Michael Fuchs an Vesna Krasnec heran und lud sie ein, das Gedicht zu
illustrieren. Aufgrund dieser Zusammenarbeit entstand ein Werk aus
Bildern und Texten, das eindringlich auf die Gefahren und die
Verheißungen unserer Epoche eingeht. Es vermittelt uns einen
geschichtlichen Überblick über die Not des Menschen
in der heutigen Auseinandersetzung zwischen Staat und Individuum. [nach oben]
Alle Bilder ©
Vesna Krasnec |
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