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Feuer
und Geist
1000 Jahre
bulgarische Ikonen | 14. November 2007 bis
5. März 2008
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Einblicke
in die Schatzkammer
Anlässlich des EU-Beitritts der Republik Bulgarien im heurigen
Jahr bietet das Dommuseum Wien
Einblicke in die Schatzkammer des
bulgarischen Patriarchats in Sofia. Um dem internationalen Publikum die
Kunst und Kultur Bulgariens näher zu bringen, werden in dieser
Ausstellung einige besonders kostbare, großformatige Ikonen
und liturgische Gegenstände präsentiert, die zuvor
noch nie im Ausland zu sehen waren.
Das älteste Exponat der Ausstellung stammt aus dem 6.
Jahrhundert. Es stellt ein einzigartiges Zeugnis der Entwicklung
der
Region lange vor der Besiedlung durch die ersten Protobulgaren dar.
Herausragend ist auch eine Reliefikone der in Bulgarien besonders
verehrten Kriegerheiligen Georg und Demetrios aus dem 14./15.
Jahrhundert – ein Werk, das in keiner Abhandlung
über bulgarische Ikonen fehlt. [nach
oben]
Das Nationalkirchliche
historisch-archäologische Museum in Sofia
Das Museum, dessen herausragende Objekte nun
größtenteils zum ersten Mal im Ausland
präsentiert werden, spielt eine wesentliche Rolle bei der
Bewahrung der christlichen Kunst in Bulgarien. Vor allem aufgrund
seiner Ikonensammlung gehört das im Jahr 1923
eröffnete Haus mit zu den bedeutendsten christlichen Museen
Europas. [nach
oben] |
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Allgegenwärtiger
Dualismus
Im orthodoxen Glauben ist die Ikone der Ort, an dem sich Diesseits und Jenseits, das Irdische und das
Himmlische begegnen. In der Farbsymbolik der Ikonenmalerei steht dabei
Rot – die Farbe des Feuers – für das
Irdische. Zudem ist es die Farbe all jener Märtyrer, die ihren
Glauben mit ihrem Blut bezeugt haben, sowie die Farbe des Gottessohnes,
der auf den Ikonen in kaiserliches Purpur-Rot gehüllt
dargestellt wird. Dagegen steht das in der bulgarischen Ikonenmalerei
damit häufig kombinierte Blau als Kontrastfarbe für
das Himmlische, als Farbe des Geistes.
Zugleich verweist der Titel der Ausstellung aber auch auf einen
Dualismus, der die geschichtliche und kulturelle
Entwicklung Bulgariens
stark geprägt hat. Die Kriege auf
dem Balkan – das »Feuer des Schwertes«
– haben die Kultur des Landes ebenso beeinflusst
wie die hohe Vergeistigung, bedingt durch die Konvertierung zum
christlichen Glauben im Jahre 865. Eine ganz besonders wichtige
Stellung in der Kulturgeschichte Bulgariens nahm die orthodoxe Kirche
jedoch vor allem in der Zeit der 500 Jahre währenden
osmanischen Fremdherrschaft (bis 1878) ein, als sie sich zur Bewahrerin
einer eigenständigen, bulgarischen Kultur entwickelte. In
dieser Epoche wurden auch die Ikonen zu einem Symbol des kulturellen
und geistigen Widerstands. [nach
oben] |
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Künstler und Laien
aus Polen, Frankreich,
Italien, Deutschland, Österreich, Dänemark, Spanien,
Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Finnland, Rumänien,
Bulgarien und Russland haben die Krippen geschaffen, die derzeit im
Dommuseum zu sehen sind. Die ungeheure Formenvielfalt zeigt, wie
die verschiedenen Völker die Weihnachtsbotschaft in ihre
eigene
Sprache und Kultur übertragen haben. |
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Aber auch einige besonders
ungewöhnliche Exponate, wie zum Beispiel eine der kleinsten Krippen der Welt –
gemalt auf den Kopf eines Nagels – sind zu sehen. Zur
Ausstellung bietet das Dommuseum ein umfangreiches
Begleitprogramm für Kinder an. Fragen beantwortet
Museumspädagogin Margareta Chwatal Dienstag bis Samstag von 10
bis 17 Uhr unter Telefon
+43 (0) 1 51552-3689. [nach oben]
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Die Ausstellung
Anlässlich des 80. Geburtstags von Alfred Hrdlicka
präsentiert das Dommuseum eine bedeutende
Schau, die sich mit den religiösen Bezügen im Werk
dieses großen österreichischen Künstlers
auseinandersetzt. Gezeigt werden Arbeiten aus den Zyklen
»Themenkreis Bibel« (1959-61),
»Samson« (1959-63), »In Gottes
Namen« (1983), »Pasolini« (1983),
»Wiedertäufer« (1984-85),
»Hommage à Zurbaran« (1986),
»Glaubenskriege« (1997) und
»Golgatha« (1997-98).
Das Werk von Alfred Hrdlicka setzt sich mit dem Bedeutungsdreieck
»Mensch – Sexualität –
Gewalt« auseinander. Ein daraus hervorgehender zentraler
Begriff ist die Macht des Fleisches. Nach ihm ist es eine Ursehnsucht
des Menschen, Gott als Menschen zu erleben – die
Fleischwerdung einer körperlosen, allmächtigen Kraft.
Doch die Mächtigen dieser Welt haben Gott und die Religion
allzu oft missbraucht und mit ihnen Gewalt und Kriege gerechtfertigt.
Den marxistischen Verdacht,
dass Religionen von irdischer Macht und den Mächtigen getragen
werden,
erhärtet auch das Faktum, dass Glaubenskriege in gutem Glauben
und ohne schlechtes Gewissen geführt wurden. Keine noch so
erhabene Motivation schützt vor Selbstbetrug und Machtgeilheit
– der Künstler Alfred Hrdlicka bezieht sich dabei
selbst dialektisch in die Kritik ein. »Man muss immer
miteinander Fleisch werden und Fleisch machen.« Damit meint
er den Zyklus
des Lebens, der auch den körperlichen Verfall beinhaltet. Ohne
die Auseinandersetzung mit dieser Realität der
Vergänglichkeit, der Gewalt und des geschundenen, verbrauchten
Körpers, ohne die Reflexion über die Macht des
Fleisches hätte die Kunst keine Ausstrahlungskraft.
Das Exponat »Leonardos Abendmahl,
restauriert von Pasolini« wurde auf Anweisung der
Diözesanleitung
aus der Ausstellung entfernt. Abbildung siehe Katalog
Kunsthalle Würth, Seite 55. [nach oben]
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Der
Künstler
Alfred Hrdlicka begreift die
Kirche als die Verwalterin des Fleisches,
die ein unabdingbarer Bestandteil des Bewusstseins und des Alltags des
Menschen ist. Von der Geburt bis zum Tod wird der Mensch von der
Religion begleitet, wobei die Bibel als Menschheitsgeschichte und
Inspirationsquelle für die künstlerische
Auseinandersetzung mit dem großen Gefüge von
Religion, Fleisch, Sexualität und Macht einen hohen
Stellenwert in Hrdlickas Werk einnimmt.
Alfred Hrdlicka wird am 27. Februar 1928 in Wien
geboren. Er studiert
an der Akademie der bildenden
Künste in Wien von 1946 bis 1952 bei Albert Paris
Gütersloh und Josef
Dobrowsky Malerei, von 1953 bis 1957 Bildhauerei bei Fritz Wotruba. Ab
1960 stellt er in Österreich, Deutschland, Italien, Japan,
Mexiko, England, Israel und den Niederlanden aus. Sein plastisches Werk
begleiten Zeichnungs- und
Radierzyklen zu Themen wie Haarmann, Winckelmann, Schubert, Tolstoi,
Rodin, Mondrian und Pasolini, zu den Türken vor Wien, zum
20. Juli 1944 (das Attentat gegen Hitler), der
französischen
Revolution und dem Schachspiel. Im Randolectil-Zyklus thematisiert
Hrdlicka die Welt der psychisch Kranken. Von 1983 bis 1991 arbeitet er
am Mahnmal gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz.
Seit 1962 ist Hrdlicka Mitglied der Wiener und seit 1970 der
Münchener Secession. Seine
Lehrtätigkeit
führt ihn unter anderem an die Internationale Sommerakademie
in Salzburg, die Akademie der bildenden Künste in Stuttgart,
die Staatliche Hochschule für bildende Künste in
Hamburg, die Hochschule der Künste in Berlin sowie die
Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Mit der Galerie Ernst
Hilger arbeitet er seit 1980 zusammen. [nach
oben] |
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»Hier inwendig im
Herzen ist ein Raum, darin liegt er, der Herr des Weltalls. Er wird
nicht höher durch gute Werke, er wird nicht geringer durch
böse Werke; er ist der Gebieter der Wesen, er ist die
Brücke, welche diese Welten auseinanderhält, dass sie
nicht verfließen. Darum, wer solches weiß, der ist
beruhigt, bezähmt, entsagend, geduldig und gesammelt; nur in
sich selbst sieht er das Selbst, alles sieht er an als das
Selbst« (Brihadaranyaka Upanishad).
Helmuth Gräff, geboren 1958 in Gars am Kamp, studierte an der Wiener Kunstschule sowie an
der Hochschule der Akademie der Bildenden
Künste, besuchte dort die Meisterklasse für Malerei
bei Gustav Hessing und Friedensreich Hundertwasser. Seit 1989 arbeitet
er freischaffend als Maler, Graphiker und Dichter. Werke von ihm
befinden sich in vielen Privatsammlungen im In- und Ausland, u.a. in
der Sammlung Professor Rudolf Leopold. Das OEuvre umfasst
Ölbilder auf Leinen und Jute, Graphiken und Gedichte. [nach oben] |
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In Gräffs Bildern
begegnen wir Archetypen aus verschiedenen Kulturen, wie sie in
Phantasien und Träumen vorkommen. Archetypen als universell
vorhandene Urbilder und Energiekomplexe existieren in der Seele aller
Menschen, unabhängig von ihrer Geschichte und Kultur. Dazu
zählen Vorstellungen, Gegenstände und Lebewesen aus
der Umwelt.
Man stellte fest, dass bestimmte Bilder, Motive und Symbole aus
unterschiedlichen Kulturen und Zeiten sich immer wiederholen, ohne dass
die Kulturen voneinander beeinflusst worden waren. Die symbolisch
wirksamen Archetypen zielen darauf ab, die
Gesamtpersönlichkeit wieder ins Lot zu bringen, indem sie
archetypische, durch Numinosität (göttliche
Erscheinungen, sexuelle Begierde) sehr attraktive Zielbilder ins
Bewusstsein aufsteigen lassen. Die Fülle in Gräffs
Bildern ist zunächst verwirrend, folgt man den
Erläuterungen, enthüllen sie ein geistig-seelisches,
universelles Programm. [nach oben]
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Auf der Suche nach
dem Sinn
des Lebens fanden die Gläubigen
des Mittelalters in der Religion ihre Zuflucht und Geborgenheit. Die
christliche Religion regelte und bestimmte überwiegend den
Alltag der Menschen in Europa. Heute erlebt unsere Gesellschaft eine
Inflation religiöser Werte. Die Hektik des Alltags, die urbane
Mobilität und das breit gefächerte, fast
unüberschaubare religiöse Angebot verunsichern den
Einzelnen. Auf der Suche nach einem Gemeinschaftsgefühl finden
viele Fans im Fußball ihre Ersatzreligion. Die geliebte
Mannschaft wird für sie zur Gottheit und zusammen mit anderen
Anhängern bilden sie eine Gemeinde.
Fußballer werden als Heilige verehrt, Reliquien gesammelt, zu
Wettkämpfen gepilgert. Rituale wie das Hochheben des Pokals
nach einem Sieg und das Trinken daraus erinnern an die Feier der
Eucharistie. Und die Fanliebe kennt kaum Grenzen: In einer Linzer
Kirche ist der
15-jährige Heilige Dominikus Savio (Patron der Jungschar und
Ministranten) mit einem Fußball abgebildet. [nach oben] |
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Anlässlich der
Europameisterschaft möchte das Dommuseum mit dieser Ausstellung anhand von
über 140 Exponaten, zahlreichen
Dokumenten und Videos die Beziehung zwischen Fußball und
Religion veranschaulichen. Sakrale Objekte wie Ikonen und Reliquiare
werden Kultgegenständen aus der Welt des Fußballs
gegenübergestellt: Fan-Schals, Trikots und
Fußballschuhe, sowie Teile eines Tornetzes und
Rasenstücke aus berühmten Stadien.
Auf rund 200 Laufmetern Museumsfläche werden unterschiedliche
Wiener Fußballfanclubs präsentiert,
wobei dem
Rapid-Fanclub eine Sonderstellung eingeräumt wird. Begleitend
zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog. [nach oben]
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Anlässlich seines
75-jährigen Bestehens veranstaltet das Dommuseum Anfang September eine
Jubiläumswoche mit umfangreichem Programm.
Neben einer Reihe exklusiver, kostenloser Führungen durch die
Sammlung,
durchgeführt von namhaften Kunsthistorikern, wartet auf Sie
auch ein Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt. Besuchen Sie
uns und feiern Sie mit – dazu wartet in dieser Woche auf
jeden Besucher ein Freigetränk!
Damit es bei den Führungen nicht zu unnötigen
Wartezeiten kommt, empfehlen wir Ihnen, sich zuvor unter Telefon
+43 (0) 1 51552-3689 anzumelden. [nach oben] |
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Dienstag,
9. September 2008
Tag der offenen Tür
Freier Eintritt an diesem Tag
Mittwoch,
10. September 2008, 16 Uhr
Führung (Schwerpunkt Schatzkammer)
Dr. Georg Kugler, ehemaliger stellvertretender Generaldirektor
des
Kunsthistorischen Museums
Donnerstag,
11. September 2008, 15 Uhr
Führung (Schwerpunkt Schatzkammer)
Dr. Rotraut Krall, Kunsthistorikerin
Freitag,
12. September 2008, 15 Uhr
Führung (Schwerpunkt gotische Tafelbilder)
Dr. Arthur Saliger, ehemaliger Direktor des Dommuseums
Samstag,
13. September 2008, 11 Uhr
Führung (Schwerpunkt Madonnendarstellungen)
Mag. Dietrich Auer, Kunsthistoriker [nach oben]
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Auf einer Reise nach
Großbritannien im Jahr 1984 verriet der
damalige Generalsekretär der KPdSU, Michail
Gorbatschow, dass
seine Großeltern, obwohl sein Großvater Kommunist
war, in ihrem Haus hinter Lenin- und Stalin-Porträts Ikonen
versteckt hatten. Auf diesem Weg, den auch unzählige andere
Gläubige
beschritten, gelang es der Kirche, die massive Verfolgung
während des Kommunismus zu überleben.
Gelegentlich wurde sie von den kommunistischen Machthabern aber auch
instrumentalisiert – so bediente sich Stalin während
des Zweiten Weltkriegs der Kirche, um den russischen Patriotismus zu
stärken. Im Allgemeinen hatte die Kirche jedoch die Belagerung
durch atheistische Propaganda zu erleiden. [nach oben] |
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Zeugnisse einer
wechselvollen Geschichte
Das Dommuseum zeigt anlässlich des Österreich-Besuchs
des Oberhaupts der Russischen
Orthodoxen Kirche, des Moskauer Patriarchen
Aleksij II.,
unter dem Titel »Ikonen unter Hammer und Sichel«
Schätze der russischen
Kirche. Die Exponate, vor allem Ikonen, die jahrhundertelang hoch
verehrt, dann aber von den Kommunisten verfolgt und sinnlos
zerstört wurden, liturgische Geräte und
Gewänder sowie
Erinnerungsstücke an die letzte Zarenfamilie, legen Zeugnis
von der wechselvollen Geschichte der
Russischen Orthodoxen Kirche im 20. Jahrhundert ab.
Zum ersten Mal in der
Europäischen Union
Unter den bislang nicht in der Europäischen Union gezeigten
Exponaten befinden sich auch Ikonen, kirchliche und
persönliche Gegenstände aus dem Besitz der
herausragenden kirchlichen Persönlichkeiten, der Neuen
Märtyrer und Bekenner der Russischen Orthodoxen Kirche des 20.
Jahrhunderts.
[nach oben] |
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Baby
Jesus
Krippen
aus fünf Kontinenten aus der Sammlung Schreiber
26. November 2008 bis
28. Februar 2009
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Anhand von
ausgewählten Objekten aus einer der größten
Krippen-Sammlungen Österreichs
veranschaulicht die
Ausstellung die große Vielfalt an bildnerischen Darstellungen
der Geburt Christi. Die Krippenbauer gestalteten ihre
Figuren, Gebäude und Landschaften so, als ob sich die Geburt
Christi in ihrem Heimatland, in ihrer
örtlichen Tradition ereignet hätte. [nach oben] |
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Spannend ist die
Gegenüberstellung einer Eskimo-Krippe mit in Fell gekleideten Figuren und einer
Palmblatt-Krippe aus Westuganda, oder
einer Kalabasse-Krippe aus Peru mit einer Bronzekrippe aus Burkina Faso
und einer indischen Holzkrippe. Vertreter des europäischen
Krippenbaus sind eine Glaskrippe aus Murano (Italien) und eine
tschechische Lederkrippe.
[nach oben] |
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Das
Dommuseum gibt einen Einblick in eine wenig bekannte
Werkgruppe des Wiener Malers Hans
Robert Pippal (1915–1998), und zwar in jene mit sakraler
Thematik. [nach oben] |
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Ölbilder, Pastelle
und Emailarbeiten belegen Pippals durchgehende Beschäftigung
mit christlichen Inhalten und lassen zugleich sein kontinuierliches
Interesse an der Dichotomie von Form und Inhalt verfolgen. Zu entdecken
gilt es insbesondere seine Ölgemälde in
altmeisterlicher Technik. [nach oben]
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Werke zum Alten
Testament
Anlässlich des
80. Geburtstags des österreichischen Malers,
Grafikers,
Bühnenbildners, Sängers und Dichters Arik Brauer
präsentiert das Dommuseum erstmals eine umfassende Schau
über dessen biblische Bilder. Gezeigt werden Werke vom Anfang
der 1960er Jahre bis zur Gegenwart, die Geschichten aus der
Hebräischen Bibel, dem Alten Testament, erzählen.
Die Auseinandersetzung des Künstlers mit religiösen
Inhalten ist eine Folge der Reflexion seiner Lebensgeschichte. Im Jahr
1929 als Sohn eines jüdischen Handwerkers in Ottakring
geboren, ist er einer der wenigen Überlebenden des
Nationalsozialistischen Regimes in Wien. Die Geschichte und das
Schicksal des jüdischen Volkes nehmen
in Brauers Schaffen eine zentrale Rolle ein. Die Beschäftigung
damit ist sein persönlicher Beitrag zum
jüdisch-christlichen Dialog. [nach oben]
Die Bibel als Kunstwerk
Für Arik Brauer stellt die Bibel
nicht nur eine bedeutende künstlerische Inspirationsquelle
dar,
vielmehr noch sieht er sie selbst als »ein
überragendes Kunstwerk«. [nach oben] |
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Brauers
Botschaft
Brauers Malerei ist jedoch nicht nur als
rein
figurativ-erzählende aufzufassen,
hinter der handwerklich
altmeisterlichen Technik der Schichtenmalerei steht vor allem auch eine
subtile Botschaft, die geheimnisvoll verschlüsselt
übermittelt wird und die Fantasie des Betrachters
anregt. So
symbolisiert das Bild »Der goldene
Götze« (1964), wie sich die Menschen von
der Macht des Geldes allzu leicht
blenden lassen. Brauers Kunst, sein Streben nach Harmonie zeigt sich
eindringlich im Werk »Der bunte
Todesengel« (1997),
in dem der Tod »kein Gerippe und auch kein schwarzer
Rabe«, sondern als »farbenfroher,
prächtiger Augenblick« dargestellt ist. [nach oben]
Jüdisch-christlicher Dialog
Neben der Ausstellung im Dommuseum ist als weiteres Symbol der
Wertschätzung seitens der katholischen Kirche für den
Künstler ein Bauwerk hervorzuheben – die
Außenfassade der katholischen Pfarrkirche »Am
Tabor« in Wien. Sie wurde nach einem Entwurf Brauers im Jahr
1995 neu gestaltet, stellt das »Letzte Abendmahl«
mit Symbolen des jüdischen Passahfests dar und ist somit ein
besonderer Ausdruck des Dialogs beider Religionen. [nach oben] |
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Hans
Plobner
Eisenradierungen,
Gouachen | 12. August bis 12. September 2009
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»Das
Wichtigste in der Malerei ist die Farbe als Kunstobjekt, ihre Reinheit
oder tonale Qualität in
größtmöglicher Dichte.« (Hans
Plobner)
Das Dommuseum präsentiert in den
Ausstellungsräumlichkeiten des Kabinetts eine
repräsentative Auswahl von Eisenradierungen und Gouachen des
österreichischen Malers Hans Plobner
(Hausruckedt 1928
– Wien 1989).
Am Beginn von Plobners künstlerischem Schaffen stand die
Begegnung mit der Landschaft.
Zunächst versuchte er, seinen
Vorstellungen mit den Mitteln der gegenständlichen Malerei
Ausdruck zu verleihen. Ab 1964 führte ihn seine
künstlerische Entwicklung schrittweise weg von der
gegenständlichen Darstellung: Das Konkrete tritt immer mehr
zurück, wird abstrahiert und reduziert, Formen und Farben
werden gerafft und intensiviert. Das Ergebnis sind vorerst reduzierte,
dann rein geometrische, kraftvolle Farb- und Formkompositionen. Er
arbeitete mit Formen und Farben, sein Vokabular verengte sich auf
geometrische Formen wie »die Gerade, die von keiner
Relativität getrübt wird, und die Kurve, die in jedem
ihrer Punkte eine Gerade bildet« (Plobner, 1977). Diesem
formalen Konzept entspricht ein intensiver, auf Ausgewogenheit
gerichteter Farbauftrag. [nach oben] |
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Im Gegensatz zu
früheren Arbeiten, in
denen dem Zufall noch ein gewisses kreatives Moment zukommt,
gehen
seine späten Werke in Richtung eines Raum-Zeit-Kontinuums, in
dem
größtmögliche Präzision und
Objektivität angestrebt werden. So nähern
sich »der Hintergrund und der Vordergrund aneinander an,
wobei der
Hintergrund zu einem Umraum – einem imaginären
Farbraum – wird«
(Plobner, 1977). Ab
1968 arbeitete der
Künstler mit Vorliebe auf dem Gebiet der Eisenradierung
– einer Technik, die seiner künstlerischen Intention
am besten entsprach.
Hans Plobner, 1928 in Hausruckedt in Oberösterreich geboren,
war nach dem Studium der Malerei und Geschichte in Wien bis zu seinem
Tod Professor für Kunsterziehung an der Albertus-Magnus-Schule
in Wien. Er war Mitglied der Künstlergruppe »Der
Kreis«, der »Künstlergilde
Salzkammergut« und des
»Oberösterreichischen Kunstvereins«. Seine
Werke befinden sich im Besitz der Stadt Wien, des Bundesministeriums
für Unterricht, Kunst und Kultur, der Albertina Wien, des
Ferdinandeums Innsbruck, der Oberösterreichischen
Landesgalerie, des Wien Museums, des Mondriaanhuis Amersfoort, des
Musée Montbeliard und in Privatbesitz. [nach oben]
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Klemens
Maria Hofbauer
Stadtpatron von
Wien – Zum
100-Jahr-Jubiläum der Heiligsprechung
In der Kapelle des Dommuseums | 13. Mai bis
31. Oktober 2009
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Anlässlich des
100-Jahr-Jubiläums der Heiligsprechung des Stadtpatrons von
Wien, Klemens Maria Hofbauer (1751–1820),
präsentiert das Dommuseum eine Sonderausstellung über
das Leben und die Verehrung des Heiligen. Gezeigt werden einerseits
Exponate aus seinem persönlichen
Besitz – darunter ein prächtiges
spätbarockes Messgewand – andererseits
Alltagsgegenstände wie das Rasiermesser, der Spiegel und die
Schnupftabakdose des Heiligen. Gebetsbücher und weitere
sakrale Objekte veranschaulichen nicht nur die persönliche
Frömmigkeit und das seelsorgerische Wirken von Klemens Maria
Hofbauer, sondern werfen auch ein Licht auf die kirchliche und
religiöse Mentalität jener Zeit. Unter den Exponaten, welche
die
Verehrung von Klemens Maria Hofbauer illustrieren, befinden sich
Reliquienmonstranzen und wertvolle Sakralgefäße. [nach oben] |
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Unterschiedliche
Porträtbilder weisen auf die facettenreiche Darstellung von
Klemens Maria Hofbauer nach seinem Tod hin. Schließlich wird
auch das Zeremonienbuch der Feier seiner Heiligsprechung vom
20. Mai 1909 und
das bei dieser Feier von Papst Pius X. getragene
weiße
Halskolar gezeigt.
Klemens Maria Hofbauer gilt als maßgeblicher Erneuerer des
kirchlichen Lebens in Wien zu Beginn des
19. Jahrhunderts.
Geboren 1751
im südmährischen Tasswitz bei Znaim, erlernte er
zunächst den Bäckerberuf und lebte
anschließend mehrfach als Eremit. Nach seinem Philosophie-
und Theologiestudium in Wien schloss er sich der Ordensgemeinschaft der
Redemptoristen in Rom an. Danach wirkte er als Seelsorger in Warschau
und flüchtete nach der Klosteraufhebung durch Napoleon im Jahr
1808 nach Wien, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1820 als Seelsorger
tätig war. [nach oben]
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»In der
expressiven Kunst unserer Zeit geht es um existentielle Fragen. Sie hat
auch eine starke Affinität zum
Religiösen…« (Günter Rombold)
Das Dommuseum präsentiert erstmals
in Wien eine Auswahl aus der
Kunstsammlung des Theologen und Priesters
Günter Rombold. Gezeigt werden 66 Werke der prominentesten
Vertreter des deutschen und österreichischen Expressionismus
sowie der österreichischen Kunst von 1945 bis in die 1990er
Jahre: Siegfried Anzinger, Ernst Barlach, Max Beckmann, Günter
Brus, Marc Chagall, Lovis Corinth, Gunter Damisch, Lyonel Feininger,
Adolf Frohner, Hans Fronius, Roland Goeschl, Johann Hauser, Erich
Heckel, Alfred Hrdlicka, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Alfred
Kubin, Maria Lassnig, Josef Mikl, Alois Mosbacher, Hermann Nitsch, Emil
Nolde, Walter Pichler, Markus Prachensky, Arnulf Rainer, Christian
Rohlfs, Georges Rouault, Hubert Schmalix, Karl Schmidt-Rottluff,
Andreas Urteil, Max Weiler und Fritz Wotruba.
Günter Rombold über die
Ausstellung
»Die Sammlung ist in den letzten
fünfzig Jahren entstanden und
umfasst Werke des ganzen 20. Jahrhunderts. Ihr Spezifikum ist,
dass – unter Voraussetzung
hoher Qualität – Werke gesammelt wurden, die
existenziellen Tiefgang haben und in denen humane und
religiöse Aspekte zum Vorschein kommen. Das hat
lebensgeschichtliche Gründe, da Kunst und Religion zwei
Faszinationen meines Lebens sind.
Wir haben dieser Ausstellung den Titel ›Expression und
Meditation‹ gegeben, wobei expressive Tendenzen dominieren.
Sie zeigen sich nicht nur bei den Werken des Expressionismus im engeren
Sinn, also in der Richtung, die in der mitteleuropäischen
Kunst von 1905 bis 1923 herrschte, sondern auch bei der informellen
Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg und beim Neoexpressionismus in den
1980er Jahren. [nach oben] |
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Meditative Werke etwa von
Marc Chagall oder Max Weiler
setzten einen anderen
Akzent. Georges Rouault wiederum verbindet diese
beiden Tendenzen. Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung ist Alfred
Kubin, den ich persönlich gekannt und dessen Werke ich
früh gesammelt habe. Im Jahr 2002 habe ich mehr als 500 Werke
dem Land
Oberösterreich geschenkt, die in den Besitz des
Oberösterreichischen Landesmuseums übergegangen
sind.« [nach oben]
Der Kunstsammler und
Theologe Günter Rombold
Günter Rombold wurde 1925 in
Stuttgart
geboren und kam 1941
nach Österreich. Nach den bitteren Jahren
des Kriegsdienstes studierte er Theologie, Philosophie und
Kunstgeschichte in Linz, Graz und München. 1949 wurde er zum
Priester geweiht. Es folgte eine langjährige
Tätigkeit als Kaplan und Religionsprofessor. 1971 wurde er an
die Theologische Hochschule Linz (heute Katholisch-Theologische
Privatuniversität Linz) berufen und lehrte Philosophische
Anthropologie und Kunstwissenschaft. 1984 gründete er an der
Fakultät das Institut für Kunst und Kirchenbau (heute
Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik). In Wort
und Schrift, unter anderem als Redakteur und Herausgeber der
Zeitschrift »Kunst und Kirche«, und besonders auch
in der Begegnung mit Künstlern und ihren Werken widmete er
sich der Aufgabe, den Menschen die Augen zu öffnen und den in
Österreich von Otto Mauer begonnenen Dialog, »die
Kirche an die moderne Kunst heranzuführen«,
fortzusetzen. [nach oben]
Bilder:
Alfred Kubin, Das Ende des
Krieges, 1918,
Aquarell, Tusche,
laviert, 30,4 x 37,5 cm,
© Eberhard Spangenberg / VBK, Wien 2009
Ernst Ludwig Kirchner,
Berglandschaft mit Alm, 1933,
Holzschnitt, 41,5 x 59,5 cm,
© OÖ. Landesmuseen
Arnulf Rainer,
Kreuzübermalung, 1961, Bleistift und
Öl
auf Papier, 38,2 x 28,1 cm,
© OÖ. Landesmuseen |
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Maria
lactans
Die
Stillende in der Kunst | 11. November 2009 bis 6.
März 2010
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Im kulturhistorischen
Kontext wird eine Auswahl von künstlerischen und
volkskundlichen Darstellungen eines menschheits-
geschichtlich zentralen
Themas quer durch die Zeiten gezeigt: das Stillen des neugeborenen
Kindes. Es ist Gegenstand bildnerischen Schaffens von den
frühen Anfängen im alten Ägypten - die
Göttin Isis hält ihren Sohn Horus an die Brust -
über die Spätantike und die »Maria
lactans« des Christentums bis zu Variationen bei der
Gestaltung dieser bedeutenden menschlichen Erfahrungskonstellation in
Moderne und Gegenwart. Die Darstellung dieses natürlichen
Vorgangs – Mutter
und Kind in der innigen Verbindung beim Stillen – ist in der
christlichen Ikonographie in Gestalt der »Maria
lactans« durch zahllose Andachts- und Gnadenbilder seit dem
frühen Mittelalter bekannt. Hier wird die Brustweisung Mariens
als klassisches Symbol ihrer Barmherzigkeit verstanden.
Schwerpunkt der Ausstellung sind Bilder der den Menschensohn stillenden
Gottesmutter aus dem Raum Wien und Niederösterreich.
Von den
ca. 70 Exponaten sind etwa die beiden in Wien existierenden
Darstellungen der stillenden Madonna aus der Werkstatt von Lucas
Cranach d. Ä. hervorzuheben: eine aus dem Kapuzinerkloster in
Wien, die hier erstmals seit Jahrhunderten außerhalb des
Konvents präsentiert wird, die andere aus der Schausammlung
des Dommuseums. [nach oben] |
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Von den gezeigten Werken
der Malerei, Grafik und des
Kunstgewerbes
werden viele zum ersten Mal der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Dabei verdienen die ältesten
Zeugnisse, wie die Exponate der stillenden Göttin Isis,
besondere Beachtung.
Ein wichtiges Anliegen dieser Ausstellung ist es, die Bedeutung des
Stillens zu vermitteln.
Es geht auch darum, über
die Liebe der Gottesmutter zum Jesuskind
diese besonders innige Beziehung am Lebensbeginn des Menschen
prototypisch zu veranschaulichen. Beim Stillen wird die wunderbare
Intimität und absolut liebevolle Beziehungserfahrung,
gleichermaßen für Mutter und Kind, zum Ausdruck
gebracht. Eine der ersten Sammlungen von bildlichen Darstellungen
stillender
Mütter geht auf die beiden Wiener
Kinderärzte und
Sozialpädiater August von Reuss (1879 – 1954) und
Hans Czermak (1913 – 1989) zurück. Sie wollten damit
die fundamentale Bedeutung des Stillens für die leibseelische
Entwicklung des neugeborenen Menschen unterstreichen.
Begleitend zur
Ausstellung erscheint im Wiener Domverlag das Buch
»Maria lactans – Die Stillende in Kunst und
Alltag«. Der ikonographischen Themenstellung und dem Anliegen
der Weihnachtsausstellung im Dom-
museum entsprechend, wird darin der Gegenstand aus
kulturgeschichtlicher,
kinderärztlicher, theologischer und gesellschaftspolitischer
Sicht beleuchtet. [nach oben]
Bilder:
Werkstatt Lucas Cranach
d. Ä.,
Maria lactans, 1. Viertel 16. Jahrhundert,
Öl auf Holz, 87 x 58 cm, Konvent
der Kapuziner, Wien. © Konvent der Kapuziner,
Wien
Ferdinand Georg Waldmüller,
Maria mit dem Jesuskind, 1820, Öl auf Holz,
20,3 x 13 cm,
Leihgabe der Pfarre Mönichkirchen/NÖ im Dommuseum.
© Dommuseum, Wien
Theodor van Thulden, Madonna mit
Kind, 1. Hälfte 17. Jahrhundert, Öl
auf Holz, 104 x 80 cm, Privatbesitz.
© Dommuseum, Wien |
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Kroatien
Wiege
europäischer Kultur | 19. März bis
19. Juni 2010
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Das Dommuseum zeigt in
Zusammenarbeit mit der Galerie Klovićevi dvori in Zagreb Kunstschätze aus den ersten
fünf Jahrhunderten kroatischer Kunst (800 – 1300).
Für diese Ausstellung sind Meisterwerke der Malerei
– Ikonen und Handschriften –, der Bildhauerei und
der angewandten Kunst – vorwiegend Goldschmiede- und
Elfenbeinarbeiten aus dem profanen und sakralen Bereich –
ausgewählt worden. Sie stellen einen wesentlichen Teil des
Beitrags Kroatiens zum europäischen Kulturerbe dar. Die
Exponate, deren Künstler, Werkstätten und
Auftraggeber weisen auf die Bedeutung hin, die Kroatien an den
kulturellen und künstlerischen Entwicklungsprozessen des
europäischen Mittelalters hatte. Diese Entwicklung verlief
zeitgleich und im Einklang mit dem Geschehen in anderen Kulturzentren
des Mittelmeerraums und lieferte noch Jahrhunderte später
Anregungspunkte für künstlerische
Höchstleistungen.
Die ausgestellten Werke, die aus einer Vielzahl von Museen,
Bibliotheken, kirchlichen und klösterlichen Sammlungen in ganz
Kroatien zusammengetragen wurden, ermöglichen einen einmaligen
und umfassenden Einblick in die Frühzeit der kroatischen Kunst.
Heute wie damals, als sich im Gebiet des heutigen Kroatien im 9.
Jahrhundert erstmals ein eigener Staat entwickelte, war Kroatien ein
untrennbarer Teil Europas. Davon zeugt sein kunstgeschichtliches Erbe,
das die kulturelle Identität des kroatischen Volkes und seine
europäische Zugehörigkeit im Laufe vieler
Jahrhunderte bestätigt.
In den Anfängen der
kroatischen Staatsgeschichte stand das künstlerische
Schaffen
vornehmlich im Dienste der Kirche, diente jedoch auch der weltlichen
Macht. So wurde beispielsweise die Inschrift »dux
croatorum« vielerorts an Altarschranken oder Ziborien
angebracht und wies somit auf Ereignisse hin, die den Lauf der
Geschichte prägten. Selbst in dieser Zeit spiegelten die
Kunstwerke nicht nur den Wandel der im europäischen Raum
vorherrschenden Kunststile wider, sondern zeigten auch eine
eigenständige Kunstproduktion, die zu den Höhepunkten
des damaligen künstlerischen Schaffens in Europa
zählte. Aus dem Zeitraum vom 9. bis zum
13. Jahrhundert stammt eine ganze Reihe von prachtvollen und
kostbaren
Werken, wozu besonders Reliquienbehälter – vom
karolingischen Reliquiar eines unbekannten Heiligen
(8./9. Jahrhundert) aus der Schatzkammer der
Pfarrkirche des Hl. Anselm in Nin und Reliquiare einer
Goldschmiedewerkstatt aus Zadar (11. bis 12. Jahrhundert)
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zählen. [nach oben] |
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Wertvolle Reliquien spielten
im religiösen Leben des mittelalterlichen Menschen eine
herausragende Rolle und hatten auch einen symbolischen Charakter, da
sie nicht nur die Menschen zusammenbrachten, sondern auch die
Identität und den Zusammenhalt der mittelalterlichen
Gemeinschaft im politischen und religiösen Sinne
stärkten. Der Aufbewahrung der Gebeine der Heiligen wurde
besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und die mittelalterlichen Kommunen
waren sehr darum bemüht, kostbare Reliquienschreine
herzustellen, wobei sich in diesen prachtvollen Reliquiaren meistens
nur sehr bescheidene Überreste ihrer Schutzheiligen befanden.
Prächtige Manuskripte in beneventanischer Schrift –
eine Kalligraphie, die
eher für süditalienische und
dalmatinische Schreibstuben bezeichnend war – wurden mit
Buchmalerei versehen. In den Miniaturen wurden hauptsächlich
geometrische und zoomorphe Motive angewandt, die eine große
Ähnlichkeit mit den in Stein gemeißelten Ornamenten
jener Zeit aufweisen. Zum Kirchenmobiliar gehörten
üblicherweise
Altarschranken oder Chorschranken, die den Altar- vom Laienraum
trennten. Die Oberfläche dieser Altarschranken war mit
geometrischen oder vegetabilen Motiven im Flachrelief reich verziert.
Auf dem Giebel war meistens eine Inschrift zu Ehren des Schutzheiligen
eingemeißelt. Einige bis heute erhaltene Fragmente dieser
Altarschranken tragen Inschriften mit Namen kroatischer Herrscher,
Gespane, Äbte und anderer Würdenträger, die
Stifter dieser Kirchenbauten waren – beispielsweise der
Giebel einer Altarschranke mit dem Namen des Fürsten Muncimir
(895) oder das Giebelfragment einer Altarschranke mit der Inschrift
»VDIMER« (2. Hälfte 9. Jahrhundert), die
auf Budimir, einen Vertrauten von Fürst Municimir als Stifter
hinweist.
Tafelbilder wie die Madonna von Sustipan (1270–1290) oder die
Madonna vom Berge Karmel (um 1280), die als Altargemälde
dienten und Variationen des klassischen Bildtypus der Maria als
Wegführerin (Hodegetria) sind, standen im Mittelpunkt der
religiösen Verehrung, sodass sie dank dieser Funktion ihren
Platz in der Geschichte behaupten konnten.. [nach oben]
Bilder:
Karolingische Handwerkskunst, Zeremonielle Sporen und
Gürtelgarnitur eines Buben, 9. Jahrhundert, Bronze,
versilbert, ziseliert.
Goldschmiedewerkstatt in Zadar, Reliquiar des Hl. Arontius, 2.
Hälfte 11. Jahrhundert, Holz, Silber, geprägt,
vergoldet.
Buchmaler, venezianisch beeinflusst, wohl in Zadar tätig,
Antiphonar »F« (von Ostern bis zum Samstag vor dem
fünften Sonntag im November), Ende 13. Jahrhundert
Pergament, Tempera, Vergoldung.
© Galerie Klovićevi dvori, Zagreb |
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Parallel zur Ausstellung
»Kroatien – Wiege europäischer
Kultur« zeigt das Dommuseum den
Gemäldezyklus
»Memoria mediterranea« des bedeutenden kroatischen
Gegenwartskünstlers Matko Trebotić (geb. 1935 in Milna, Insel
Brač). [nach oben] |
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Darin
bezieht er sich auf
die alte
kroatische Kunst des Mittelmeer-Raumes.
Sie dient
ihm als
Ausgangspunkt für sein gesamtes
künstlerisches Schaffen,
wodurch in seinen Arbeiten eine Symbiose zwischen alter und
zeitgenössischer Kunst
entsteht.
[nach oben]
Bilder:
Memoria mediterranea, 2009, Mischtechnik auf Leinwand, Privatbesitz.
© Matko Trebotić |
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